Unisex-Tarif

Die EU-Gleichstellungsrichtlinie schreibt Unisex-Tarife bei Versicherungen seit dem 21. Dezember 2012 vor. Dabei handelt es sich um Verträge, bei denen das Geschlecht des Versicherungsnehmers nicht zu unterschiedlichen Beiträgen führen darf. Betroffen sind vor allem private Krankenversicherungen sowie Lebens- und Rentenversicherungen. Während Renten- und Krankenversicherungen für Frauen günstiger wurden, verteuerten sich Kfz-, Unfall- und Lebensversicherungen.

Bei Personenversicherungen gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Inanspruchnahme von Versicherungsleistungen. So sind die Behandlungskosten für Frauen in der privaten Krankenversicherung höher als für Männer. Dies führt zu einem Beitragsunterschied zwischen Frauen und Männern beim Neuabschluss von bis zu 25 Prozent. Auch in der privaten Rentenversicherung führt die höhere Lebenserwartung von Frauen dazu, dass die Rentenleistungen geringer ausfallen. Durch die Einführung der Unisex-Tarife erhalten Frauen identische Leistungen wie Männer, ohne einen höheren Beitrag zu zahlen.

Anders ausgedrückt: Durch die Unisex-Tarife erfolgt eine Quersubventionierung von einem Geschlecht zum anderen. Im Fall der PKV müssen Männer für Neuabschlüsse mit bis zu 30 Prozent teureren Tarifen rechnen. Die Neukalkulation gilt jedoch nur für neue Verträge nach dem 21. Dezember 2012. Wer zuvor noch einen Vertrag abschließt, genießt die alten Vertragskonditionen. Ob die Prämien für Frauen in der PKV durch die Unisex-Tarife sinken, ist noch ungewiss.

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