Anwartschaftsdeckungsverfahren

Das Anwartschaftsdeckungsverfahren ist eine spezielle versicherungsmathematische Methode zur Berechnung bestimmter Finanzmittel in der privaten Krankenversicherung. Konkret geht es um die Berechnung jener Beitragsanteile, die vom Versicherer für Rückstellungen vorgesehen werden müssen.

Das Anwartschaftsdeckungsverfahren, auch unter der Bezeichnung Kapitaldeckungsverfahren bekannt, ist ein wichtiges Finanzierungsinstrument, um die aus den Versicherungsverträgen resultierenden Verpflichtungen in der privaten Krankenversicherung zu finanzieren. Aus Teilen der Versicherungsbeiträge bilden die Versicherer Rückstellungen. Diese sind notwendig, um die Deckung der in der Zukunft fällig werdenden Versicherungsleistungen abzusichern.

Unter Zuhilfenahme versicherungsmathematischer Verfahren werden Krankenversicherungsbeiträge so ermittelt, dass sie während der Vertragslaufzeit möglichst gleich hoch bleiben. Der Versicherte einer Krankenversicherung erwirbt aufgrund der zusätzlich zum Versicherungsbeitrag gezahlten Rückstellungsanteile eine Anwartschaft, die ihm während seiner Versicherungszeit konstante Beiträge sichern soll. Die von der Krankenversicherung zu erbringenden Leistungen erfahren keinerlei Beeinflussung. Dennoch bedeutet das Anwartschaftsdeckungsverfahren nicht, dass es generell nicht zu höheren Beiträgen kommt. Kostensteigerungen bei medizinischen Behandlungen und zunehmende Leistungsinanspruchnahme innerhalb einer Altersgruppe von Versicherten können zu Beitragsanpassungen führen. Das Anwartschaftsdeckungsverfahren kommt ausschließlich bei der privaten Kranken- oder Pflegeversicherung zur Anwendung.