Entziehungsmaßnahme

Einige Versicherte benötigen im Laufe ihres Lebens eine Entziehungsmaßnahme, um ihre Suchtprobleme bewältigen zu können. Trotz umfangreicher Präventionen und Aufklärungsmaßnahmen hat die Suchtproblematik in Deutschland nicht an Aktualität und Brisanz verloren.

Eine Entziehungsmaßnahme ist bei der privaten Krankenversicherung prinzipiell von den Leistungen ausgeschlossen. Die heute maßgeblichen MB/KK 94 haben den rigorosen Ausschluss von Entziehungsmaßnahmen reduziert. Grundsätzlich werden nur noch Entziehungskuren und Entziehungsmaßnahmen von der Erstattung ausgeschlossen.

Erkrankungen, die durch die Sucht selbst entstanden sind, werden von der privaten Krankenversicherung erstattet. Dasselbe gilt für Krankheitssymptome, die durch den Suchtentzug entstanden sind.

Einige private Krankenversicherungen gehen kulant mit dem Thema Entziehungsmaßnahme um und gewähren seit 1988 auf freiwilliger Basis Kostenersatzleistungen für Entziehungskuren. Am 1. Januar 1998 wurde die freiwillige Regelung in eine vertragliche Regelung umgewandelt, bei der Suchtkranke während der ersten Entziehungskur die tariflich vereinbarte Leistung erhalten; allerdings nur, wenn die Versicherung vor Beginn der Behandlung die Übernahme von Leistungen zugesagt hat. Zusätzlich sind die allgemeinen Krankenhausleistungen bei stationären Entziehungsmaßnahmen erstattungsfähig.

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