Kölner Systematik

Unter Anwendung der Kölner Systematik legt der Versicherer fest, ob eine Antragsannahme bestimmten Einschränkungen unterliegt oder ein Antrag nicht angenommen werden kann. Je nach den zu erwartenden Behandlungsaufwendungen für Vorerkrankungen werden Risikozuschläge fällig.

Die private Krankenversicherung genießt hinsichtlich der Aufnahme ihrer Mitglieder vertragliche Freiheiten. Da sie auf der Grundlage des Kapitaldeckungsverfahrens tätig ist, muss sie die Risiken ihrer Mitglieder zumindest bei der Antragstellung genau kalkulieren. Die Annahme einer privaten Krankenversicherung wird daher von der persönlichen Gesundheitssituation eines jeden Antragstellers abhängig gemacht. Dazu muss der Antragsteller im Antrag eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten.

Weitere ergänzende Auskünfte erhält der Versicherer bei Ärzten. Das Ergebnis der Gesundheitsprüfung entscheidet, ob und zu welchen Bedingungen eine Vertragsannahme erfolgt. Die privaten Krankenversicherer verwenden dafür eigens erstellte Annahmerichtlinien, wobei diese an die sogenannte Kölner Systematik beziehungsweise Hamburger und Kölner Systematik angelehnt sind. Diese Systematik, in der alle Krankheiten aufgeführt sind, legt für festgestellte Krankheiten Stufen der Erheblichkeit hinsichtlich einer Versicherbarkeit beziehungsweise Finanzierbarkeit fest. Die Stufen zeigen sich als Antragsannahme mit oder ohne Einschränkungen sowie Ablehnung des Antrages.