Haushaltshilfe

Wann besteht ein Anspruch auf Haushaltshilfe durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV)? Wer durch Krankheit, Schwangerschaft, kur oder Rehabilitation an der Führung des Haushalts gehindert ist, kann die Kosten von der Krankenkasse erstattet bekommen.

Mitglieder privater Krankenversicherungen können nicht auf eine Haushaltshilfe zugreifen. Sie können sich die erforderlichen finanziellen Mittel allerdings durch den Abschluss einer privaten Krankenhaustagegeldversicherung sichern.

Allgemeine Rechtsgrundlagen für die Haushaltshilfe

Überraschend kann eine Situation entstehen, in der die Führung des Haushalts durch Eltern oder pflegebedürftige Personen nicht mehr möglich ist. Krankheit, Unfall oder eine Schwangerschaft kann die Ursache dafür sein. Für derartige Notlagen bieten Sozialversicherungen und andere Träger von Sozialleistungen unterschiedliche Unterstützungsmaßnahmen an, unter anderem

  • Familienhilfe,
  • Betriebshilfe,
  • Haushaltshilfe,
  • Pflegehilfe.

Die Haushaltshilfe ist eine besondere Form der Sozialleistung, die dazu dient, die Weiterführung des Haushalts zu gewährleisten, wenn die Person, die den Haushalt führt, durch Krankheit ausfällt und Kinder oder pflegebedürftige Personen im Haushalt leben.

Die Situationen, in denen die finanzielle und praktische Hilfe zur Weiterführung des Haushalts gewährt wird, können vielfältig sein. Daher bestehen unterschiedliche gesetzliche Grundlagen für die Gewährung dieser Beihilfe. Das Sozialgesetzbuch regelt die Unterstützung in den Büchern V, VII und IX, wenn die gesetzlichen Sozialversicherungsträger und die Sozialhilfeträger für die Hilfe aufkommen. Andere gesetzliche Regelungen, aufgrund derer die Unterstützung gewährt wird, sind die Reichsversicherungsordnung oder das Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte.

Haushaltshilfe von der gesetzlichen Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenversicherung ist in vielen Fällen der richtige Ansprechpartner, wenn in einer Notsituation eine Haushaltshilfe benötigt wird. Insbesondere dann, wenn die haushaltsführende Person aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, trägt die Krankenkasse einen Teil der Kosten, die in dieser Situation für die Weiterführung des Haushalts durch eine andere Person anfallen. Krankenhausbehandlungen, Schwangerschaft und Entbindung sind typische Situationen, in denen die gesetzliche Krankenkasse Hilfsleistungen erbringt.

Die Form der Haushaltshilfe richtet sich zum einen nach den Möglichkeiten der Krankenkasse und zum anderen nach dem Bedarf in der Familie. In seltenen Fällen beschäftigen Krankenkassen eigene Hilfskräfte, die in den Haushalten der Versicherten eingesetzt werden. Meist ist die Hilfe zur Weiterführung des Haushalts und Versorgung der Kinder eine finanzielle Leistung, die zur Kostendeckung für die Beschäftigung einer fremden Hilfskraft dient. Lässt sich ein anderes Haushaltsmitglied für die Dauer der Haushaltsführung unentgeltlich beurlauben, so kann die Unterstützungsleistung auch als Lohnersatz eingesetzt werden.

Haushaltshilfe von anderen Trägern

Die Haushaltshilfe wird auch gewährt, wenn die haushaltsführende Person an einer Kur- oder Rehabilitationsmaßnahme teilnimmt und dadurch an der Weiterführung des Haushalts gehindert ist. In diesem Fall kommt der Rentenversicherungsträger für einen Teil der Kosten auf, die durch die eingesetzte Hilfskraft anfallen. Eine Voraussetzung für die Gewährung der Hilfe besteht darin, dass Kinder unter zwölf Jahren oder pflegebedürftige Personen im Haushalt leben.

Spezielle Regelungen sieht das Gesetz über die Alterssicherung der Landwirte vor. Da in einem landwirtschaftlichen Betrieb und Haushalt bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit eines Familienmitglieds Hilfe dringend erforderlich ist, werden die Kosten für eine speziell ausgebildete Betriebs- und Hauswirtschaftskraft übernommen. Neben Aufgaben im landwirtschaftlichen Haushalt nimmt diese Hilfskraft auch andere Aufgaben im landwirtschaftlichen Betrieb wahr.

Die Pflegeversicherung kommt für die Kosten einer Haushaltshilfe auf, wenn pflegebedürftige Personen nicht mehr in der Lage sind, ihren Haushalt zu führen. Die Haushaltsunterstützung ist in diesem Fall unabhängig von den Pflegeleistungen und erstreckt sich auf typische Aufgaben wie Wohnungsreinigung, Kochen, Einkaufen, Wäschepflege oder Wohnungsbeheizung.