Scheinselbständige

Scheinselbständige arbeiten als selbstständige Unternehmer für einen Auftraggeber und sind an deren Weisungen sowie die üblichen Arbeitszeiten gebunden. Durch Scheinselbständigkeit fallen für Auftraggeber und Auftragnehmer nur Sozialversicherungsbeiträge an, wenn der Tatbestand nachgewiesen wird.

Scheinselbständige unterliegen nicht der gesetzlichen Sozialversicherung und den in einigen Branchen strengen Arbeitsschutzregelungen. Weiterhin gelten für Scheinselbständige keine tariflichen Vereinbarungen sowie Lohn- und Gehaltsabschlüsse. Unternehmen können mit Scheinselbständigen Werk- oder Dienstverträge frei aushandeln und genießen damit den Vorteil kostengünstiger und unkomplizierter Leistungserbringung durch den Scheinselbständigen.

Nachgewiesene Scheinselbständigkeit stellt nach dem Schwarzarbeitsgesetz Schwarzarbeit dar und kann strafrechtlich, zivilrechtlich und nach öffentlichem Recht verfolgt werden. Scheinselbständige arbeiten nach Weisungen ihres Auftraggebers und sind in dessen Organisation eingebunden. Das bedeutet, dass die Leistung nicht durch Dritte und nicht in freier Zeiteinteilung erbracht werden kann. Nach dem Sozialversicherungsrecht sind Scheinselbständige Arbeitnehmer mit der Folge, dass sowohl sie als auch ihre Auftraggeber zur Beitragsleistung in die gesetzliche Sozialversicherung verpflichtet sind. Wird Scheinselbständigkeit nachgewiesen, kann der Arbeitgeber bis zu 30 Jahre rückwirkend zur Zahlung der vollständigen Sozialversicherungsbeiträge verpflichtet werden.