Beitragstragung

Wer als Arbeitnehmer pflichtversichert ist, braucht seinen Beitrag nicht allein zu zahlen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen den Beitrag grundsätzlich je zur Hälfte. Der Beitragsanteil des Arbeitnehmers wird vom Lohn oder Gehalt einbehalten; der Arbeitgeber legt seinen Anteil dazu. Beide Anteile ergeben den Pflichtbeitrag, den der Arbeitgeber an die Krankenkasse überweist.

Der Arbeitgeber trägt den Beitrag allein, wenn Versicherte zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind und ein Arbeitsentgelt von höchstens 325 EUR brutto monatlich erhalten oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leisten.

Für geringfügig Beschäftigte, die einen Mini-Job (bis 400 EUR monatlich) ausüben, zahlt der Arbeitgeber Pauschalbeiträge von 12 % zur Rentenversicherung und ggf. 10 % zur Krankenversicherung.

Für Beschäftigte in Privathaushalten zahlt der Arbeitgeber einen Beitragsanteil von 5 % zur Rentenversicherung und ggf. 5 % zur Krankenversicherung. Sofern der geringfügig Beschäftigte auf seine Versicherungsfreiheit verzichtet, muss er zusätzlich den Aufstockungsbeitrag selbst tragen. Die Krankenkasse — als Einzugsstelle für alle Sozialversicherungsbeiträge — leitet die Rentenbeiträge an den zuständigen Träger der Rentenversicherung weiter.

Die Beiträge für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen trägt die Pflegeversicherung. Werden die Leistungen von einem privaten Versicherungsunternehmen oder von einer Versorgungsstelle erbracht, zahlen diese Stellen die Beiträge.

Freiwillig Versicherte und auch Selbstständige zahlen ihren Beitrag in voller Höhe selbst.

Die Beiträge für selbständige Künstler und Publizisten werden von der Künstlersozialkasse getragen (Künstlersozialversicherung). Die Betroffenen müssen sich an den Beiträgen beteiligen.

Für Wehr- oder Zivildienstleistende und Bezieher von Arbeitslosengeld II trägt der Bund die Beiträge. Bei Zahlung von Krankengeld oder Verletztengeld werden die Beiträge vom Versicherten und dem Leistungsträger (Krankenkasse, Berufsgenossenschaft) je zur Hälfte getragen; bei Bezug von Versorgungskrankengeld, Ubergangsgeld, oder Arbeitslosengeld werden die Beiträge von den Leistungsträgern (z. B. Agentur für Arbeit) allein getragen.

Für Zeiten der Kindererziehung zahlt wiederum der Bund die Beiträge.