Wie funktioniert ein Wohn-Riester-Vertrag?

Im Jahr 2008 erfolgte die Einführung des „Wohn-Riester“ (Eigenheimrente). Mittlerweile existieren mehr als eine Million Wohn-Riester-Verträge. So funktioniert die Eigenheimrente:

Mietfreies Wohnen im Alter

Grundlage eines Wohn-Riester-Vertrages ist die staatliche Förderung des mietfreien Wohnens im Alter. Auf diese Weise wird ein Baustein zur privaten Altersabsicherung geschaffen. Wohn-Riester-Verträge ergänzen die im Jahr 2002 eingeführte Riesterrente. Auch bei den Wohn-Riester-Verträgen wird die private Altersvorsorge durch staatliche Zulagen und steuerliche Abzugsfähigkeit unterstützt.

Verwendungsmöglichkeiten des Wohn-Riester-Vertrages

Der Staat fördert mit den Wohn-Riester-Policen den Kauf oder den Bau selbstgenutzten Wohneigentums, welches der Altersvorsorge dient. Das Kapital für diese Maßnahmen kann jederzeit entnommen werden. Das kann ein eigenes Haus, eine Eigentumswohnung oder eine Wohnung im eigenen Haus sein. Auch der Erwerb von Anteilen an Wohnungsgenossenschaften unterliegt der staatlichen Subvention.

Zudem besteht die Option des Erwerbs von Dauerwohnrechten, etwa in einem Seniorenheim, die staatlich bezuschusst werden. Ferner kann das Kapital aus dem Wohn-Riester-Vertrag jederzeit für die Entschuldung einer selbst bewohnten Immobilie abgerufen werden. Auch laufende Tilgungsleistungen von riesterfähigen Darlehens- oder Bausparverträgen gelten als förderfähig und zu diesem Zweck kann zu jedem Zeitpunkt Kapital entnommen werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, Riester-Guthaben für alters- und behindertengerechte Umbaumaßnahmen zu verwenden. Die Hälfte des entnommenen Kapitals muss für Maßnahmen verwendet werden, die den gesetzlichen Vorgaben für einen barrierefreien Umbau entsprechen, die andere Hälfte muss für die Reduzierung von Barrieren inner- oder außerhalb des Objektes fließen.

Ein Sachverständiger muss für diese Maßnahmen eine Bestätigung ausstellen. Wer alters- und behindertengerechte Veränderungen plant, sollte bedenken, dass ein Mindestentnahmebetrag von 6.000 Euro besteht, wenn die Immobilie vor weniger als drei Jahren erworben wurde. Dieser Betrag erhöht sich auf 20.000 Euro, sofern der Kauf länger als drei Jahre zurück liegt.

Staatliche Förderung und Besteuerung

Sparer können eine Grundzulage in Höhe von 154 Euro erhalten sowie eine Kinderzulage in Höhe von 185 Euro. Für Kinder, die nach dem Jahr 2008 das Licht der Welt erblickten, winkt der Staat mit einer Zulage in Höhe von 300 Euro. Wer unter 25 Jahre alt ist und einen Wohn-Riester-Vertrag abschließt, erhält zudem eine einmalige Prämie in Höhe von 200 Euro.

Um die volle Förderung zu bekommen, müssen mindestens 4 Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens (maximal 2.100 Euro) als Tilgung in das Darlehen fließen. Zudem besteht die Möglichkeit, Steuervorteile geltend zu machen. Personen, die einen Wohn-Riester-Vertrag abschlossen, können die Raten und die Wohn-Riester-Förderung als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung absetzen.

Voraussetzung für die Förderung ist unter anderem, dass die Immobilie nach dem 31. Dezember 2007 gekauft bzw. gebaut worden sein muss und selbst genutzt wird. Eine Ausnahme besteht bei der Kapitalentnahme zu Beginn der Auszahlungsphase für die Entschuldung selbst genutzter Objekte, denn in diesem Fall kann die Immobilie auch vor dem 01.01.2008 erworben oder hergestellt worden sein. Bei Wohn-Riester-Policen erfolgt ebenso eine nachgelagerte Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz wie bei allen anderen Riester-Verträgen.

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