Kann man die Kündigung der Riester-Rente vornehmen?

Die Kündigung eines Riestervertrages geht mit hohen Verlusten einher, denn der Staat verlangt die Zulagen und Steuervergünstigungen zurück und beim Anbieter fallen zudem entsprechende Extragebühren an. Eine Beitragsfreistellung ist der preisgünstigere Weg.

Beitragsfreistellung statt Kündigung

Statt zu kündigen, sollten Sparer die Beitragsfreistellung wählen, denn auf diese Weise bleiben die bereits geleisteten Beiträge, staatlichen Zulagen und der höhere Garantiezins erhalten. Während der Ruhephase fließen allerdings keine staatlichen Subventionen und der Vertrag ruht bis zu seiner Fälligkeit, ohne dass der Kunde weitere Beiträge leistet.

Abschluss- und Vertriebskosten, Garantiezins, Wechselgebühren

Versicherte, die über einen längeren Zeitraum Beiträge leisten, haben oftmals bereits die Abschluss- und Vertriebskosten entrichtet. Bei einer Kündigung erhalten die Sparer das entrichtete Geld nicht zurückerstattet. Zudem besteht für die Alt-Verträge ein Garantiezins von 2,25 Prozent. Wer seinen Riester-Vertrag kündigt, verzichtet auch auf seinen Garantiezins. Das heißt, wer eine neue Police unterzeichnet, muss erneut Abschluss- und Vertriebskosten zahlen und man erhält für einen neuen Vertrag einen Garantiezins von nur 1,75 Prozent.

Zudem fallen Wechselgebühren an, die etwa zwischen 150 und 400 Euro liegen, wenn das Vertragskapital auf einen anderen Anbieter übertragen wird. Um die Vorteile nicht auf das Spiel zu setzen, Wechselgebühren einzusparen und Abschluss- und Vertriebskosten nicht doppelt entrichten zu müssen, sollte man seinen Vertrag beitragsfrei stellen und sich einen anderen Anbieter für Riester-Verträge suchen, denn die meisten anderen Vorsorgemöglichkeiten werden vom Staat nicht gefördert. Bei Beitragsfreistellung ist der Anbieter verpflichtet, die geleisteten Beiträge und die staatlichen Zulagen zum Rentenbeginn zur Verfügung zu stellen.

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