Übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung?

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen der Kostenübernahme für Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung nur in Ausnahmefällen zustimmen und bei vorheriger Genehmigung. Die Ausnahmefälle sind in den Krankentransport-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt.

Grundsätzlich hat jeder gesetzlich Krankenversicherte Anspruch auf Übernahme von Fahrtkosten, sofern sie ärztlich angewiesen wurden und in einem Zusammenhang mit einer Kassenleistung stehen, die zwingend medizinisch angezeigt ist. Der Arzt bestimmt das Fahrzeug nach Notwendigkeit. Die gesetzliche Kasse springt ein, wenn Fahrten notwendig werden für Leistungen, die stationär erbracht werden oder für Rettungsfahrten zu Kliniken.

Sollte ein Patient fachlich betreut werden müssen oder bestimmte Geräte eines Krankenwagens benötigen, so kann er die Fahrtkosten, die durch den Einsatz eines Krankenwagens entstehen, bei seiner Kasse einreichen. Bei Notfällen kann ein Arzt nachträglich eine Verordnung ausstellen. Grundsätzlich sollte sich ein Kranken- oder ein Rettungstransport nur über den direkten Weg erstrecken, d. h. zwischen dem Aufenthaltsort des zu Befördernden und dem am nächsten gelegenen Behandlungsort.

Fahrten zu einer ambulanten Behandlung

Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen der Kostenübernahme für Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung nur in Ausnahmefällen zustimmen und bei vorheriger Genehmigung. Die Ausnahmefälle sind in den Krankentransport-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses geregelt. Die Fahrtkosten zu einer ambulanten Krankenbehandlung oder einer ambulante Operation bzw. zu einer vor- oder nachstationären Krankenhausbehandlung werden nur erstattet, wenn sich dadurch eine voll- oder teilstationäre Krankenhausbehandlung vermeiden lässt, verkürzt oder nicht ausführbar ist.

Ferner muss der Patient nachweisen, dass er einer engmaschigen Behandlungsfrequenz in einem bestimmten Zeitraum unterliegt und dass der Gesundheitszustand durch die Behandlung oder die Krankheit selbst so beeinträchtigt ist oder werden kann, dass der Patient fahruntüchtig ist. Versicherte mit einem Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „aG“, „BI“ oder „H“ und Pflegebedürftige der Pflegestufen I und II können ebenfalls auf die Erstattung der Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung hoffen.

Zuzahlung

Jeder Krankentransport und jede Fahrt muss mit 10 Prozent des Fahrpreises selbst bezahlt werden. Mindestens werden fünf Euro und höchstens 10 Euro fällig. Im Regelfall schließen Krankenkassen Verträge mit den Rettungsdiensten oder Krankentransporten über die jeweilige Vergütung, es sei denn, es gilt Landes- oder Kommunalrecht.

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