Bußgeldkatalog

Der Bußgeldkatalog ist die Grundlage für die Bestrafung von verkehrswidrigem Verhalten. Er wird deutschlandweit angewandt und enthält alle wichtigen Regelungen, die jeder Verkehrsteilnehmer überblicken sollte.

Der Bußgeldkatalog, im Amtsdeutsch wird er als Bußgeldkatalog-Verordnung bezeichnet und mit BKatV abgekürzt, ist eine Bundesrechtsverordnung aus dem Bereich Verkehrsrecht. Sie wurde zum 1. Januar 2002 eingeführt und ersetzte die bis dahin geltenden Landesregelungen.

Informationen zum Bußgeldkatalog

Der Vorteil der Einführung vom Bußgeldkatalog liegt darin, dass der deutsche Gesetzgeber nun für jegliche Verstöße gegen das Verkehrsrecht bundesweit eine einheitliche Bestrafung vorsieht. In Abhängigkeit vom Vergehen kann es sich bei dieser Strafe um eine Verwarnung, um eine Geldbuße mit Punkten oder eine Anordnung eines Fahrverbots handeln.

In der Praxis fällt es dabei jedoch vielen Verkehrsteilnehmern sehr schwer, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Begriffen zu erkennen. Am einfachsten ist eine Unterscheidung in Abhängigkeit von der Höhe des Bußgelds möglich. Da alle Bußgeldbescheide mit einem Betrag bis zu 35 Euro zu keinem Eintrag in das Verkehrszentralregister führen, stellen sie laut deutscher Rechtsprechung nur Verwarnungen dar. Bei allen anderen Verstößen handelt es hingegen um Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen, die in jedem Fall mit einer Registrierung im Verkehrszentralregister, also der Eintragung von Punkten in Flensburg, sowie gegebenenfalls mit der Anordnung eines 1- bis 3-monatigen Fahrverbots verbunden sind.

Die Inhalte des Bußgeldkatalogs

Der deutsche Bußgeldkatalog besteht aus mehr als 200 Paragrafen, die zum Teil wiederum aus einzelnen Absätzen bestehen. Um trotz der Vielzahl dieser Regelungen bei den einzelnen Bußgeldvorschriften einen gewissen Überblick zu wahren, wurde der Bußgeldkatalog systematisch angelegt und einzelne Bestandteile in verschiedenen Absätzen zusammengefasst. So gibt es beispielsweise Abschnitte bezüglich der Verstöße gegen die Straßenverkehrs-Ordnung, die Fahrerlaubnis-Verordnung, die Fahrzeug-Zulassungsverordnung sowie die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung.

Grundsätzlich sind natürlich alle diese Verordnungen für jeden Verkehrsteilnehmer von sehr großer Bedeutung. In der Praxis interessieren sich jedoch die Verkehrsteilnehmer vor allem für die Vergehen, die nicht nur mit einer Verwarnung, sondern auch mit Eintragungen in das Verkehrszentralregister sowie mit einem Fahrverbot verbunden sein können.

Aus diesem Grund veröffentlichen verschiedene Automobilklubs aber auch Zeitschriften regelmäßig die geltenden Bestimmungen für bestimmte Vergehen. Hierunter zählen unter anderem:

  • Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit,
  • Unterschreitung des geltenden Abstands.

Da bei diesen genannten Vergehen in Abhängigkeit von der Person, des Fahrzeuges beziehungsweise des Tatortes verschiedene Paragrafen angewandt werden müssen, kann es sinnvoll sein, für die Berechnung des Bußgelds auf ein Programm im Internet zurückzugreifen.

Programme mit integriertem Bußgeldkatalog

Im Internet gibt es verschiedene Programme, die auf der Grundlage vom geltenden Bußgeldkatalog neben der Höhe des Bußgelds auch die Punkte sowie ein mögliches Fahrverbot berechnen können. Hier gilt jedoch zu beachten, dass die Berechnung nur dann genau erfolgen kann, wenn alle notwendigen Angaben gemacht werden. So ist es bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung unbedingt notwendig, zu unterscheiden, ob der Verstoß inner- und außerorts begangen wurde, da eine Überschreitung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit innerorts in der Regel zu höheren Strafen führt. Gleiches gilt natürlich auch, wenn der Fahrzeugführer sich noch in der Probezeit befindet oder ein besonders gefährdetes Fahrzeug, wie beispielsweise einen LKW oder Bus, steuert.

In einigen Programmen ist es auch möglich, diese Fakten anzugeben. Unabhängig davon gilt jedoch zu beachten, dass die ermittelten Bußgeldsätze nur einen Ansatzpunkt bieten können. So ist es nämlich bei Wiederholungstätern üblich, höhere Strafen zu bemessen. Gleichzeitig gilt auch zu beachten, dass sich die Bußgeldsätze im Fall einer Gefährdung oder Sachbeschädigung erhöhen.

Aus diesem Grund kann ein Bußgeldrechner nur einen Orientierungsansatz bieten. Oftmals ist es deshalb sinnvoll, frühzeitig einen Anwalt zu konsultieren und die rechtlichen Möglichkeiten zu besprechen.