Punktesystem für Verkehrssünder

In Deutschland gibt es ein Punktesystem für Verkehrssünder, das bei mehreren Vergehen einen Führerscheinentzug vorsieht.

Überblick zum Punktesystem

Das deutsche Punktesystem für Verkehrssünder wurde am 1. Mai 1974 eingeführt und hat das Ziel, Mehrfachtäter zu bestrafen. Zu diesem Zweck erhält der Verkehrssünder bei besonderen schweren Verkehrsdelikten Punkte, die in einem zentralen Register gespeichert werden. Als Beispiele für solche Delikte sind folgende Vergehen zu nennen:

  • Missachtung der Vorfahrt,
  • Missachtung einer roten Ampel,
  • Missachtung des Rechtsfahrgebots,
  • Überschreitung der zulässigen Geschwindigkeit um mehr als 21 km/h,
  • Fahren unter Alkoholeinfluss,
  • unerlaubtes Entfernen vom Unfallort,
  • Telefonieren am Steuer.

Die Anzahl der Punkte laut Punktesystem für Verkehrssünder kann in Abhängigkeit von der Schwere des Verstoßes variieren. Deshalb ist es bei vielen einzelnen größeren Verstößen möglich, dass der Führerscheininhaber im Verkehrszentralregister so viele Punkte angesammelt hat, dass er mit Konsequenzen rechnen muss. Als Beispiele für solche Konsequenzen sind die Pflicht zur Teilnahme an einem Aufbauseminar oder der Entzug des Führerscheins zu nennen.

Der Punktestand

Alle Punkte, die ein Führerscheininhaber auf der Grundlage vom Punktesystem für Verkehrssünder erhält, werden im Verkehrszentralregister in Flensburg gespeichert. Sollte eine bestimmte Punkteanzahl überschritten werden, wird der Führerscheininhaber darüber informiert. Ebenso ist aber auch zu jeder Zeit eine Abfrage des Punktestands möglich.

Die Punkte im Verkehrszentralregister des Kraftfahrtbundesamts bleiben nicht eine unbegrenzte Zeit bestehen, sondern werden später wieder abgebaut. In der Abhängigkeit von der Art des Vergehens ist eine unterschiedliche Dauer für den Punktabbau vorgesehen. So beträgt die Tilgungszeit bei Straftaten bis zu 10 Jahre. Bei anderen Vergehen sind wesentlich kürzere Tilgungszeiten vorgesehen.

Bei einer hohen Anzahl von Punkten ist es nicht sinnvoll, darauf zu warten, dass die Punkte von allein verfallen. Vielmehr empfiehlt es sich, freiwillig an einem Aufbauseminar teilzunehmen. Durch die Teilnahme an einem solchen Seminar werden zusätzlich Punkte getilgt. Dadurch kann die Gefahr eines Führerscheinentzugs gemindert werden.

Reformen am Punktesystem

Der Kernansatz vom Punktesystem für Verkehrssünder sieht vor, Mehrfachtäter für ihre Verkehrsdelikte zu bestrafen. Dieser Ansatz ist sehr gut. Deshalb wir bereits seit Jahrzehnten am Punktesystem für Verkehrssünder festgehalten. Allerdings wurde immer wieder kritisiert, dass das Punktesystem zu komplex ist. Vor allem der Punkteabbau ist schwer nachvollziehbar. So führt ein neuer Punkt dazu, dass alte Punkte nicht abgebaut werden. Dies verwirrte die Führerscheininhaber. Aus diesem Grund gab es in der Vergangenheit verschiedene Reformen, die dafür sorgen sollten, dass das Punktesystem transparenter wird.

Für viele waren diese Reformen jedoch nicht so tief greifend wie gewünscht, so dass eine grundsätzliche Reform notwendig ist. Eine solche Reform ist jedoch mit zahlreichen Umstellungen verbunden, da die bereits vorhandenen Punkte in das neue System übernommen werden müssen. Deshalb sind viele Führerscheinhaber, die bereits Punkte im Verkehrszentralregister des Kraftfahrtbundesamts besitzen, stark verunsichert, welche Auswirkungen eine solche Reform auf ihren Punktestand hat.