Verkehrszentralregister

Das Verkehrszentralregister beim Kraftfahrtbundesamt in Flensburg ist weitläufig bekannt als Flensburger Verkehrssünderdatei. Wir informieren über Aufgaben, Punktesystem und Auskunftsmöglichkeiten.

Verkehrszentralregister - Aufgaben und Geschichte

Das Kraftfahrtbundesamt regelt als Obere Bundesbehörde viele Aufgaben im Rahmen der Verkehrssicherheit. Einer der großen Aufgabenbereiche ist die Führung zentraler Register für das gesamte Bundesgebiet sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Verkehrsbehörden. Zu den zentralen Registern beim Kraftfahrtbundesamt zählen das

  • Zentrale Fahrzeugregister,
  • Zentrale Fahrerlaubnisregister,
  • Zentrale Kontrollgeräteregister,
  • Verkehrszentralregister.

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit ist das Kraftfahrtbundesamt außerdem am European Car and Driving Licence Information System EUCARIS beteiligt. Neben der Speicherung grober Verkehrsdelikte nach dem Punktesystem zählt die Übermittlung der Informationen aus dem Register an Staatsanwaltschaften und Gerichte sowie Verwaltungsbehörden und Polizei zu den wichtigen Aufgaben des Registers.

Die Auskunftserteilung über Verkehrsverstöße und Punktekonto an betroffene Personen ist eine weitere Aufgabe des Registers. Das Verkehrszentralregister speichert seit 1958 zunächst Verkehrsübertretungen und heute Ordnungswidrigkeiten sowie Straftaten. Fahrverbote, Entziehungen von Fahrerlaubnissen und isolierte Sperren werden ebenfalls registriert. Seit 1974 bewertet das Kraftfahrtbundesamt Verstöße nach einem festgelegten Punktesystem.

Punktesystem im Verkehrszentralregister

Das Punktesystem im Verkehrszentralregister beruht auf einem einheitlichen Maßnahmen- oder Punktekatalog und soll die Gleichbehandlung von Personen gewährleisten, die im Straßenverkehr auffällig geworden sind. Auf diese Weise soll jeder Bürger das Ausmaß seines Fehlverhaltens selbst beobachten können und die Möglichkeit erhalten, sein Verkehrsverhalten rechtzeitig zu korrigieren. Maßnahmen, die von den Fahrerlaubnis- und Bußgeldbehörden durchgesetzt werden können, wenn Verkehrsteilnehmer nicht mit einem angemessenen Verhalten reagieren, bezeichnet das Kraftfahrtbundesamt als Hilfestellungen. Zu diesen Hilfestellungen zählen Fahrverbote, der Entzug der Fahrerlaubnis, Nachschulungen oder psychologische Begutachtungen.

Das Verkehrszentralregister gilt als präventiv wirkendes Instrument der Verkehrssicherheit. Das Punktesystem greift bei rechtskräftigen Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Bußgeld ab 40 Euro geahndet werden. Außerdem werden rechtskräftige Straftaten mit Punkten bewertet. Die Mindestpunktzahl für Ordnungswidrigkeit beträgt einen Punkt, die Höchstzahl für Straftaten sieben Punkte. Hat ein Verkehrsteilnehmer 18 Punkte erreicht, so kann ihm die Fahrerlaubnis entzogen werden. Registrierte Personen, die freiwillig an einem Aufbauseminar oder einer verkehrspsychologischen Beratung teilnehmen, können dadurch ihren Punktestand reduzieren.

Auskünfte und Informationen

Informationen an Bußgeld- und Fahrerlaubnisbehörden, Gerichte, Staatsanwaltschaften und Polizei erteilt das Verkehrszentralregister auf Antrag. Erreicht ein Verkehrsteilnehmer die Anzahl von neun Punkten, erfolgt außerdem automatisch eine Information an die zuständige Fahrerlaubnisbehörde. Diese weist betroffene Personen in der Regel mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung auf den Stand des Punktekontos hin und bietet erste Maßnahmen zum Punkteabbau an. Auskünfte aus dem Verkehrszentralregister erhalten betroffene Personen unentgeltlich auf Antrag. Es besteht die Möglichkeit, den Antrag per Post mit Angabe der Personendaten und einer amtlich beglaubigten Unterschrift oder einer Kopie des Personalausweises oder Reisepasses zu stellen.

Mit einem neuen Personalausweis und freigeschalteter Online-Ausweisfunktion bietet das Kraftfahrtbundesamt die Auskunftserteilung auch online an, wenn ein Kartenlesegerät und eine AusweisApp vorhanden sind. Verkehrsteilnehmer, die die Möglichkeit haben, direkt zum Kraftfahrtbundesamt nach Flensburg zu fahren, erhalten dort die Auskunft in einem speziellen Auskunftspavillon auch direkt, wenn sie einen gültigen Personalausweis, einen gültigen Reisepass oder einen gültigen behördlichen Dienstausweis vorlegen.