Tagfahrlicht

Aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission gibt es wichtige gesetzliche Änderungen beim Tagfahrlicht, die auch Sie kennen sollten.

Das Tagfahrlicht ist ein spezielles Licht, welches ermöglichen soll, dass Motorräder, Pkws, Lkws und Busse von anderen Verkehrsteilnehmern eher wahrgenommen werden. Durch eine frühere Wahrnehmung der Fahrzeuge kann, so besagt es zumindest die Theorie, die Unfallgefahr reduziert werden. Je nach Quelle gibt es unterschiedliche Aussagen darüber, wie viele Unfälle durch die Tagfahrlichtbenutzung verhindert werden können. Während einige Forscher von einer sehr hohen Quote ausgehen, befürchten andere, dass sich durch die Verwendung eines Lichts am Tag effektiv die Unfallquote erhöht. Als Grund hierfür geben sie an, dass schwächere Verkehrsteilnehmer, wie zum Beispiel Fußgänger und Radfahrer, durch den Einsatz von Tagfahrlicht schlechter wahrgenommen werden und deshalb gefährdeter sind.

Diese Vermutung konnte in der Vergangenheit noch nicht empirisch bewiesen werden. Aus diesem Grund entschieden sich viele führende europäische Hersteller schon vor einigen Jahren dazu, in ihre Fahrzeuge als Ergänzung zu dem Abblendlicht auch Tagfahrlichtscheinwerfer einzubauen.

Tagfahrlicht - technische Erklärung

Ein Tagfahrlicht ist eine zusätzliche Beleuchtung, bei der es sich also nicht um das sogenannte Abblendlicht handelt. Die Beleuchtung kann in den Scheinwerfern des Fahrzeuges integriert sein. Außerdem ist es aber auch möglich, dass sich dieses spezielle Licht in der Frontschürze befindet.

Das Tagfahrlicht wird mit dem Anlassen des Motors eingeschaltet. Eine Zuschaltung der Kennzeichen- oder der Armaturenbeleuchtung erfolgt dabei nicht automatisch. Diese werden erst dann zugeschaltet, wenn der Fahrzeugführer vom Tagfahrlicht auf das Abblendlicht wechselt. Dann wird der Tagfahrlichtscheinwerfer einfach selbstständig ausgeschaltet. Somit ist eine zu starke Blendung von anderen Verkehrsteilnehmern durch eine Kombination von Tagfahr- und Abblendlicht gar nicht möglich.

Im direkten Vergleich sind Tagfahrlichtscheinwerfer zum Abblendlicht besonders sparsam und verbrauchen weniger Kraftstoff. Sie benötigen in der Regel nur 25 bis 30 Prozent der Energie. Somit wirkt sich die Nutzung von Tagfahrlichtscheinwerfern nur minimal auf den Kraftstoffverbrauch aus.

Tagfahrlicht ist Pflicht

Der Einsatz vom Tagfahrlicht wirkt sich, wie bereits festgestellt, nur wenig auf den Kraftstoffverbrauch aus und führt nicht zwangsläufig dazu, dass Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr gefährdeter sind. Deshalb entschied sich die Europäische Kommission dazu, eine Tagfahrlichtpflicht einzuführen.

Die Einführung dieser Tagfahrlichtpflicht verunsichert viele Fahrzeughalter, die ein älteres Fahrzeug ohne eine solche Beleuchtung besitzen. Viele dieser Fahrzeughalter stellen sich die Frage, ob sie durch die Gesetzesänderung dazu verpflichtet sind, Tagfahrlichtscheinwerfer nachzurüsten. Diese Frage lässt sich mit einem eindeutigen Nein beantworten. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die Tagfahrlichtpflicht nur für neu zugelassene Fahrzeuge gilt.

Dabei gab es bei der Einführung der Tagfahrlichtpflicht für Neufahrzeuge auch Unterschiede hinsichtlich des Fahrzeugtyps. So müssen aufgrund der gesetzlichen Regelungen seit Februar 2011 alle neuzugelassenen Personenkraftwagen sowie Leichtlastwagen eine entsprechende Beleuchtung besitzen. Für Lastkraftwagen und Busse trat diese Regelung erst später in kraft. Sie müssen erst seit August 2012 diese Bedingungen erfüllen.