Diagnoseschlüssel

Ärzte setzen den Diagnoseschlüssel unter anderem auf einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein, um die jeweilige Diagnose mithilfe eines Codes zu verschlüsseln.

Diagnoseschlüssel vereinfacht die Definition von Krankheitsbildern

Rechnungen vom Arzt oder dem Krankenhaus enthalten einen Code aus Buchstaben und Zahlen, den Diagnoseschlüssel, der für Patienten unverständlich ist. Hinter diesem Code verbergen sich Befunde wie auch Krankheitsgruppen, die mithilfe des Schlüssels einheitlich definiert sind. Dieser setzt sich aus einem Buchstaben wie auch einer zweistelligen Zahl zusammen und wird nach einem Punkt von einer weiteren Zahl ergänzt, die ein- oder zweistellig sein kann. Dabei ist eine Codierung von Befunden keine Erfindung der Neuzeit, denn bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gab es Vorläufer des heutigen Codierungssystems, das auch unter dem Kürzel ICD bekannt ist.

Diagnoseschlüssel werden unter anderem auch von Krankenkassen genutzt, um mit den Ärzten abrechnen zu können. Darüber hinaus sollen die Schlüssel auch einen weltweit gültigen Standard erfüllen, um Klassifikationen zu vereinfachen. Die Weltgesundheitsorganisation, auch kurz WHO genannt, hat das System ICD-10 für allgemeingültig erklärt und als „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ ins Leben gerufen. Dabei setzt der Arzt diesen Code nicht ein, um seinen Patienten zu verunsichern, sondern handelt meist nach einer gesetzlichen Vorschrift, die im fünften Sozialgesetzbuch zu finden ist.

Diagnoseschlüssel: gesetzliche Vorschrift bei Abrechnungsverfahren

Ärzte werden vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, einen Diagnoseschlüssel zu verwenden, um die Abrechnungen der Leistungen in der Praxis oder bei einem stationären Aufenthalt in der Klinik transparenter zu gestalten. Nicht benötigt wird der Code für Überweisungen, Arztbriefe oder Einweisungen in eine Klinik. Jedoch bedienen sich Ärzte meist dennoch dieser Codierung, um weiter behandelnde Ärzte zu informieren.

Diese Verschlüsselung ersetzt keinen umfassenden Bericht über den Gesundheitszustand eines Patienten. Wer wissen will, was sich hinter dem Diagnoseschlüssel auf der eigenen Abrechnung verbirgt, kann sich im Zeitalter digitaler Medien Hilfe im Internet suchen. Auf einigen Portalen sind umfassende Diagnosen mit Lexikoncharakter aufgeführt und online abrufbar. Hier lassen sich Diagnoseschlüssel meist nutzerfreundlich selber analysieren.

So steht der Buchstabe des Codes für eine spezielle Krankheitsgruppe. Der Buchstabe L bezieht sich auf Erkrankungen der Haut, J auf das Atmungssystem und I wird für das Herz-Kreislaufsystemverwendet. Umschreibt der Buchstabe in groben Zügen eine Krankheitsgruppe, gehen die Zahlen näher auf das Krankheitsbild eines Patienten ein, während die Zahlengruppe hinter dem Punkt eine Diagnose noch eingehender spezifiziert. Obwohl die Codierung vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird, befürchten Kritiker auch die Gefahr, dass Auswertungsverfahren einen Patienten gläsern machen.

Diagnoseschlüssel: Klassifikation mit Zusatzbezeichnungen

Bei der Verwendung von einem Diagnoseschlüssel dürfen auch zusätzliche Bezeichnungen verwendet werden, die jedoch nur für den ambulanten Einsatzbereich und auf freiwilliger Basis zum Einsatz kommen. Der Buchstabe V bezieht sich auf eine Verdachtsdiagnose, A umschreibt eine ausgeschlossene Diagnose, Z den Zustand nach einer Diagnose und der Buchstabe G steht für eine gesicherte Diagnose. Sind paarige Organe betroffen wie die Augen oder die Nieren, werden zusätzlich Seitenangaben gemacht. Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme vereinfacht somit die einheitliche Systematik aller Krankheiten und dies weltweit.

Wer seinen eigenen Diagnoseschlüssel entziffern will, kann mit einem Diagnose-Finder kostenlos Einzelheiten erfahren. Darüber hinaus bieten viele Portale den Service von zusätzlichen Informationen über das jeweilige Krankheitsbild. Unter anderem wird über die Ursachen einer Krankheit, über Symptome wie auch den Verlauf aufgeklärt. Jedoch sind diese Informationen ein freiwilliges Zusatzangebot, das kein umfassendes Beratungsgespräch mit einem Arzt ersetzen sollte. Eine Diagnoseauskunft ist heute auch über eine App für Mobiltelefone möglich. Viele Krankenkassen bieten ihren Versicherten diese Möglichkeit an, schnell einen Code zu entschlüsseln.