Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist eine Voraussetzung für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und muss dem Arbeitgeber unter Einhaltung einer Frist vorgelegt werden. Auch die gesetzliche Krankenkasse benötigt den Nachweis der Arbeitsunfähigkeit.

Jeder Arbeitnehmer ist per Arbeitsvertrag dazu verpflichtet, seinen Arbeitgeber über eine Erkrankung in Kenntnis zu setzen. Dabei ist die voraussichtliche Dauer der Abwesenheit vom Arbeitsplatz anzugeben. Wird die Krankschreibung nicht rechtzeitig vorgelegt, kann im schlimmsten Fall eine Kündigung drohen.
Die Bescheinigung richtet sich danach, ob der Versicherte Mitglied einer gesetzlichen (GKV) oder privaten Krankenversicherung (PKV) ist.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - Voraussetzung für die Lohnfortzahlung

Deutschland ist ein Sozialstaat, in dem alle gesetzlich beziehungsweise privat krankenversichert sind. Dadurch können sie im Fall einer Krankheit von einer umfassenden medizinischen Versorgung profitieren. Zudem können Arbeitnehmer aber auch bei Eintritt einer zeitweisen Arbeitsunfähigkeit eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall erhalten.

In Abhängigkeit von der Dauer der Krankheit kann jedoch die Höhe der Lohnfortzahlung, die bei Vorlage einer sogenannten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung gewährt wird, variieren. Bei einer kurzfristigen zeitweisen Arbeitsunfähigkeit beispielsweise aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung ist durch den Arbeitgeber eine vollständige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall vorgesehen ist.

Anders verhält es sich jedoch bei einer länger andauernden Arbeitsunfähigkeit, die über einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen besteht. In diesem Fall besteht nur ein Anspruch auf ein Krankengeld. Dieses fällt in der Regel im Vergleich zu der Lohnfortzahlung des Arbeitgebers geringer aus und wird von der Krankenkasse bei Vorliegen der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung an den Versicherten ausgezahlt.

Die Ausstellung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Um Krankengeld von Krankenkasse zu erhalten oder in den Genuss der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber zu gelangen, ist es zwingend notwendig, dass der Krankenkasse und dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers beziehungsweise des Versicherten bescheinigt wird. Aus diesem Grund stellt im Fall einer Krankheit, die dazu führt, dass ein Patient seiner beruflichen Tätigkeit zeitweise nicht mehr nachgehen kann, der behandelnde Arzt eine sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausgestellt wird, kann es sich dabei um eine Erst- oder um eine Folgebescheinigung handeln.

Unabhängig davon, um welche Art der Bescheinigung es sich handelt, sind bei dieser Krankschreibung mindestens folgende Daten erfasst:

  • Name des Versicherten,
  • Geburtsdatum des Versicherten,
  • Anschrift des Versicherten,
  • Krankenkassenzughörigkeit,
  • Beginn der Arbeitsunfähigkeit,
  • Voraussichtliches Ende der Arbeitsunfähigkeit,
  • Datum der Ausstellung der Bescheinigung.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für den Arbeitgeber

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bei gesetzlich Versicherten besteht aus 3 Teilen. Dabei sind das Original für die Krankenkasse, der gelbe Durchschlag für den Arbeitgeber und der weiße Durchschlag für die Krankenakte des behandelnden Arztes vorgesehen.

In allen diesen drei Teilen der Bescheinigung sind die persönlichen Daten des Versicherungsnehmers erfasst. Neben den persönlichen Daten sowie den Angaben bezüglich der voraussichtlichen Dauer der Erkrankung ist es für den behandelnden Arzt aber auch für die Krankenkasse wichtig, dass bei dieser Bescheinigung ebenfalls Angaben über die Erkrankung gemacht werden. Aus diesem Grund wird auf einer solchen Bescheinigung auch die Diagnose vermerkt. Dafür wird das sogenannte ICD-10 Verschlüsselungsverfahren verwendet.

Dabei gilt jedoch zu beachten, dass bei der dreigeteilten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung die Angabe der Diagnose nur auf dem Exemplar für die Krankenkasse und den Arzt vorgesehen ist. Der Arbeitgeber selbst, dem der Krankenschein in der Regel innerhalb von 3 Tagen vorzulegen ist, erfährt über die Art der Erkrankung nichts.