Schutzimpfungen der Krankenkassen

Schutzimpfungen (auch: Vakzination) dienen der Vorbeugung und Verbreitung bestimmter Infektionskrankheiten. In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV) übernehmen die Kosten für bestimmte Impfungen für Erwachsene und Kinder.

Schutzimpfungen: Krankenkassen übernehmen die Kosten

Bezahlt meine Kasse die Schutzimpfung oder nicht? Bis Anfang 2007 herrschte bei vielen gesetzlich Krankenversicherten Unklarheit über die Kostenübernahme für Schutzimpfungen durch ihre zuständige Kasse. Seit dem 1. April 2007 sind alle Schutzimpfungen eine Pflichtleistung der gesetzlichen Kassen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss auf Basis von Empfehlungen des Robert Koch-Instituts definiert werden. Der Katalog dieser empfohlenen Impfungen gegen Infektionskrankheiten umfasst rund 20 Schutzimpfungen für Kinder und Erwachsene. Vollständig übernommen werden diese Kosten für alle Schutzimpfungen von den Krankenkassen.

Zu den Schutzimpfungen der Krankenkassen zählen empfohlene Säuglings- und Kinderschutzimpfungen gegen

  • Diphterie,
  • Hib,
  • Hepatitis B,
  • Keuchhusten,
  • Kinderlähmung,
  • Masern,
  • Meningokokken,
  • Mumps,
  • Pneumokokken,
  • Röteln,
  • Tetanus und
  • Windpocken.

Weiterhin werden folgende Schutzimpfungen für bestimmte Alters- und Risikogruppen empfohlen und auch von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen:

  • Grippe,
  • HPV,
  • Pneumokokken,
  • FSME und
  • Hepatitis A.

Zusätzlich zu diesen Schutzimpfungen als Pflichtleistung können die Kassen freiwillig eine Kostenübernahme für weitere Impfungen anbieten.

Schutzimpfungen Krankenkassen: Die Ausnahmen

Alle gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Standard-Schutzimpfungen, die als Empfehlung von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut herausgegeben werden. Alle diese Schutzimpfungen sind eine Pflichtleistung der Krankenkassen. Über diesen Impfschutz hinaus können auch weitere Impfungen notwendig sein, um einen zuverlässigen Infektionsschutz in anderen Teilen der Welt zu gewährleisten. Diese Impfungen für das Ausland sind auch als Reiseimpfungenbekannt und müssen auf die gesundheitlichen Risiken in dem jeweiligen Urlaubsgebiet abgestimmt werden. Exotische Schutzimpfungen zählen zwar nicht zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen – werden aber erfreulicherweise häufig übernommen.

Viele Krankenkassen zahlen neben den Schutzimpfungen nach § 20 Absatz 1 SGB V auch Reiseimpfungen. Zu diesen Schutzimpfungen der Krankenkassen fürs Ausland zählen beispielhaft Impfungen gegen Cholera, Gelbfieber und Japanische Enzephalitis. Auf den Internetseiten der Kassen, in der Filiale oder an der Telefon-Hotline ihrer Krankenkasse können Versicherte die Schutzimpfungen der Krankenkassen erfragen, die von ihrer Kasse für private Auslandsreisen übernommen werden.

Schutzimpfungen Krankenkassen: Welche Impfungen notwendig?

Einen Überblick über die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Schutzimpfungen für Babys und Kinder gibt der STIKO-Impfkalender. Dieser Kalender enthält Empfehlungen für insgesamt zwölf Infektionskrankheiten. Einige dieser Impfungen müssen nach rund zehn Jahren aufgefrischt werden. Auch im Erwachsenenalter ist für bestimmte Impfungen eine Auffrischung notwendig, wird aber im Trubel des Alltags häufig vergessen. Über die empfohlenen Schutzimpfungen der Krankenkassen für Erwachsene kann man sich beim Hausarzt oder auch auf den Internetseiten zuständiger Institutionen informieren.

Reiseschutzimpfungen werden häufig ebenfalls auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission von den Kassen als wichtige Schutzimpfung akzeptiert und übernommen. Hierfür sind auch die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes entscheidend. Die Kosten für Reiseschutzimpfungen werden von den Kassen meist rückwirkend erstattet: Versicherte reichen die Originalrechnung vom Arzt oder dem Gesundheitsamt zusammen mit dem Rezept für den Impfstoff und der Apothekenquittung ein. Viele Reiseschutzimpfungen werden nicht direkt über die Chipkarte abgerechnet, sondern privat bezahlt und dann von den Kassen rückerstattet.