Kunstfehler

Liegt ein Kunstfehler vor, muss dem behandelnden Arzt ein Verstoß gegen ärztliche Pflichten nachgewiesen werden. Fehler dieser Art werden in drei Gruppen klassifiziert: Therapiefehler, Diagnosefehler und Qualitätsmängel. Ärztliche Standards werden auf der Basis bestehender Grundsätze der medizinischen Wissenschaft festgelegt.

Ein ärztlicher Kunstfehler, auch als Behandlungsfehler bezeichnet, gilt als gravierender Verstoß gegen die beruflichen Pflichten eines Arztes. Nach deutscher Rechtsprechung liegt ein derartiger Kunstfehler dann vor, wenn zum Behandlungszeitpunkt Eingriffe vorgenommen werden, die herkömmliche ärztliche Standards unterschreiten. Unterteilt werden diese Fehlleistungen in drei Gruppen: Diagnose- und Therapiefehler wie auch Qualitätsmängel, zu denen das Nichteinhalten von Hygienevorschriften gehört.

Der ärztliche Standard, der als Grundlage für die Beweiserhebung eines Kunstfehlers gilt, orientiert sich an den aktuell geltenden Grundsätzen der Medizinwissenschaft. Betroffene tragen die Beweislast und müssen entsprechende Geschehnisse, die im Zusammenhang mit einer Behandlung stehen, dokumentieren, um den Hergang nachvollziehbar zu machen. Will ein Patient einen Schadenersatzanspruch geltend machen, muss dies innerhalb der gesetzlichen Verjährungsfrist erfolgen. Innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis vom Grund des Anspruchs muss ein Verfahren eingeleitet sein, das idealerweise von einem Fachanwalt begleitet wird.