GKV Mutterschaftsgeld

Beim Mutterschaftsgeld handelt es sich um eine Geldleistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Frauen während der Mutterschutzfrist (§ 13 MuSchG). So hoch ist der Anspruch für Frauen gegenüber der Krankenkasse. Informationen zum Thema im Überblick.

Wer bekommt das Mutterschaftsgeld?

Das Mutterschaftsgeld ist eine finanzielle Unterstützung, die Mütter vor und nach der Entbindung für die Dauer des Mutterschutzes in Anspruch nehmen können. Grundsätzlich sieht der Gesetzgeber eine Mutterschutzzeit vor. Diese bringt ein generelles Beschäftigungsverbot für den Zeitraum von 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt mit sich. Sollte es zu einer Frühgeburt kommen oder die Mutter mehrere Kinder gebären, verlängern sich die Dauer des Mutterschutzes und somit auch die finanzielle Unterstützung um weitere 4 Wochen. Grundsätzlich wird diese Leistung nach Arbeitstagen und nicht nach Kalendertagen berechnet.

Das Mutterschaftsgeld wird nur auf Antrag gewährt und ist an verschiedene Bedingungen geknüpft. Werdende Mütter, die vor Beginn des Mutterschutzes in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung waren, müssen ihre Mutterschutzleistung bei ihrer gesetzlichen Krankenversicherung beantragen. Dem Antrag ist eine Bescheinigung der Hebamme über den voraussichtlichen Geburtstermin des Kindes beizulegen. Grundsätzlich darf ein solches Dokument jedoch erst 7 Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin ausgestellt werden.

Selbstständige, Hausfrauen aber auch privat versicherte Arbeitnehmerinnen sowie geringfügig beschäftigte Frauen können keinen vollständigen Anspruch auf die finanzielle Unterstützung während des Mutterschutzes in Anspruch nehmen. Sie haben ausschließlich die Möglichkeit, beim Bundesversicherungsamt eine Einmalleistung zu beantragen. Diese ist jedoch vergleichsweise gering, sie entspricht noch nicht einmal der Leistung eines Monats für eine sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerin in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Mutterschaftsgeld und Arbeitgeberzuschlag für Arbeitnehmerinnen

Grundsätzlich haben sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmerinnen während des Mutterschutzes Anspruch auf einen Lohnausgleich. Dabei ist es irrelevant, ob sie gesetzlich oder privat krankenversichert sind. Gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerinnen erhalten für diesen Zeitraum ein monatliches Einkommen in Höhe des durchschnittlichen Verdiensts der letzten 3 Monate ausgezahlt. Dabei werden auch eventuell angefallene Überstunden berücksichtigt. Allerdings muss der Arbeitgeber nicht für den gesamten Betrag aufkommen. Er muss nur die Differenz zwischen dem errechneten Betrag und dem Mutterschaftsgeld auszahlen. Sollte ein Arbeitgeber eine privat krankenversicherte Arbeitnehmerin beschäftigt haben, hat er ebenso das fiktive Mutterschaftsgeld abzuziehen. Somit ist dieser Abzug unabhängig vom Leistungserhalt.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass für geringfügig Beschäftigte seitens des Arbeitgebers keine Pflicht zur Zahlung eines Zuschlages besteht, da die Schwangere keiner sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen ist. Somit erhält eine Frau mit einem Minijob während des Mutterschutzes keine Leistung. Anders hingegen sieht es bei einer Auszubildenden aus. Bei einer Ausbildung liegt immer ein sozialversicherungspflichtiges Verhältnis vor, somit hat die Auszubildende unabhängig vom Einkommen, also auch bei einem Verdienst unter 400 Euro, Anspruch auf eine Zulage. Allerdings muss diese Zulage nicht immer der Arbeitgeber zahlen, in Abhängigkeit von der Höhe kommt zum Teil die Krankenkasse im vollen Umfang auf, da eine Frau durch den Mutterschutz grundsätzlich nicht besser gestellt werden darf.


Alternativen zum Mutterschaftsgeld für Unternehmerinnen

Grundsätzlich erhalten nur sozialversicherte Arbeitnehmerinnen aus der gesetzlichen Krankenversicherung während des Mutterschutzes ein Einkommen in Höhe von 100 Prozent bezogen auf ihr letztes Nettogehalt. Selbstständig tätige Frauen hingegen sind oft nur wenig abgesichert. Allerdings bietet sich neben dem sehr dürftigen ausfallenden einmaligen Mutterschaftsgeld durch das Bundesversicherungsamt noch das Krankentagegeld an. Die meisten privaten Krankenversicherungen schließen jedoch eine Schwangerschaft als einen Grund für Krankheit aus. Ist jedoch eine Frau freiwillig gesetzlich versichert, tritt diese Versicherung ein und zahlt das vereinbarte Tagegeld aus.

Viele Unternehmerinnen schenken jedoch bei ihrer Firmengründung der Familienplanung nur wenig Beachtung, sie achten nicht darauf in wieweit der Mutterschutz in einer Krankenversicherung enthalten ist. In vielen Fällen ist jedoch mit Kenntnisnahme des Versicherungsausschlusses ein Wechsel des Anbieters nicht mehr möglich. In einem solchen Fall steht es der Unternehmerin jedoch frei, Sozialleistungen zu beantragen. In Abhängigkeit vom Berater kann ein solcher Antrag eine sehr lange Bearbeitungszeit haben, aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Antrag frühzeitig zu stellen. Alternativ ist es jedoch auch sinnvoll, Gelder aus anderen Quellen zu akquirieren und auf die Hilfe von Familie oder auch Freunde zurückzugreifen. Bei einer positiven Bilanz oder einem Bürgen kann auch ein Bankkredit eine Möglichkeit darstellen.