Krankengeld der Krankenkassen

Was ist das Krankengeld und ab welchem Zeitpunkt wird es ausgezahlt? Die Ansprüche von Arbeitnehmern und Selbständigen auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall im Überblick. Mit soviel Geld können Sie rechnen.

Krankengeld: Die Berechnung

Krankengeld ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoeinkommens und liegt bei höchstens 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens. Bei der Berechnung des Krankengeldes werden Einmalzahlungen der vergangenen zwölf Monate wie Urlaubsgeld mit berücksichtigt. Die Anrechnung des Bruttoeinkommens erfolgt nur bis zur aktuellen Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Damit liegt der maximale Krankengeldbeitrag, der kalendertäglich gezahlt wird, derzeit bei etwa 90,- Euro.

Das Geld für den Krankheitsfall unterliegt den Beiträgen zur Sozialversicherung wie Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung. Eine Ausnahme bildet die Krankenversicherung, an die für die Dauer des Krankengeldes keine Beiträge abgeführt werden müssen.

Das Krankengeld schließt an die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall an. Damit erhalten Arbeitnehmer bei Krankheit je nach Tarifvertrag bis zu sechs Wochen eine Lohnfortzahlung von ihrem Betrieb. Der Krankengeldanspruch beginnt am Tag der stationären Behandlung im Krankenhaus oder einer vergleichbaren Einrichtung oder am Folgetag der Krankschreibung durch den Arzt. Die Auszahlung erfolgt mithilfe von Auszahlscheinen.

Krankengeld für Arbeitnehmer

Alle regulär beschäftigten Arbeitnehmer haben im Krankheitsfall Anspruch auf Krankengeld. Sobald die Lohnfortzahlung für den Krankheitsfall ausläuft, schließt die Krankengeldzahlung der gesetzlichen Krankenkasse an. Die maximale Leistungsdauer für Krankengeld legt bei 78 Wochen (inklusive Lohnfortzahlung) für ein und dieselbe Erkrankung innerhalb von drei Jahren. Längerfristig erkrankte Arbeitnehmer erhalten im Durchschnitt 75 Prozent ihres Nettoeinkommens im Krankheitsfall.

Minijobs sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Dieses Modell hat für Minijobber im Fall einer längeren Krankheit den Nachteil, dass über die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers hinaus kein Anspruch auf Krankengeld besteht. Wer einen 450 Euro Job zusätzlich zur regulären Beschäftigung ausübt, erhält dafür im Falle einer längeren Krankheit ebenfalls kein Krankengeld.

Bei den Midi-Jobs zwischen mehr als 450,- und 800,- Euro besteht hingegen eine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung und damit auch ein Anspruch auf Krankengeld. Man unterscheidet hier grundsätzlich zwischen Beschäftigungsverhältnissen bis zu 450,- Euro ohne Krankengeldanspruch und Jobs ab 450,01,- Euro mit Sozialversicherungspflicht.

Krankengeld für Selbstständige

Selbstständige können zwischen einer privaten Krankenversicherung und einer freiwilligen Mitgliedschaft bei einer gesetzlichen Krankenversicherung wählen. Wenn sich Freiberufler und Selbstständige für die Krankenversicherung bei der gesetzlichen Kasse entscheiden, haben sie die Wahl zwischen einem Tarif mit und ohne Krankengeldanspruch. Seit 2009 wird das Krankengeld für Selbstständige als Wahlleistung der gesetzlichen Kassen behandelt.

Selbstständige können also zwischen einer gesetzlichen Krankenversicherung ohne Krankengeldanspruch zum ermäßigten Beitragssatz von 14,9 Prozent und einem Tarif mit Krankengeldanspruch zum Normalbeitrag von 15,5 Prozent wählen. An den Normaltarif sind Selbstständige drei Jahre lang gebunden. Das Krankengeld wird ab dem 43. Tag der Erkrankung gezahlt, auf Basis des selbstständigen Arbeitseinkommens berechnet und liegt wie bei Arbeitnehmern bei maximal 90,- Euro pro Kalendertag (Beitragsbemessungsgrenze).

Selbstständige können optional bei ihrer Krankenkasse einen zusätzlichen Ergänzungstarif für Krankengeld abschließen: Der Krankengeldanspruch beginnt damit schon vor dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Optional sind private Versicherungsmodelle wie das Krankentagegeld möglich.

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