Demographische Entwicklung

Wenn sich die Altersstruktur einer Bevölkerung verändert, dann ist das eine Herausforderung für jedes lohnbasierte, umlagefinanzierte soziale Sicherungssystem, in dem die Starken die Schwachen, die gut Verdienenden die weniger gut Verdienenden, die Gesunden die Kranken, die Jungen die Alten stützen sollen. In Deutschland ändert sich der Bevölkerungsaufbau in den nächsten Jahrzehnten dramatisch.

Konkret bedeutet das: Immer mehr Rentnerinnen und Rentnern stehen immer weniger Erwerbstätige gegenüber. Die Lebenserwartung in Deutschland ist seit 1950 bei Männern um gut zehn Jahre auf knapp 75,1 Jahre, bei Frauen um über zwölf Jahre auf knapp 81,1 Jahre gestiegen. Zugleich ist die Zahl der Geburten deutlich zurückgegangen. Seit 1975 liegt die Geburtenziffer bei 1,4 Geburten je Frau und damit deutlich unterhalb der Zahl von 2,1 Geburten, die notwendig wäre, um den Bevölkerungsbestand zu erhalten. Im Jahr 2000 waren 13,5 Millionen Menschen älter als 65 Jahre. Bis zum Jahr 2040 wird diese Zahl auf 23,8 Millionen anwachsen. Zugleich geht die Zahl derer, die im erwerbsfähigen Alter sind, zurück.

Die Gesundheitsreform reagiert auf diese Herausforderung und leitet einen umfassenden Anpassungsprozess der gesetzlichen Krankenversicherung ein, damit auch künftig ein hohes medizinisches Versorgungsniveau für alle finanzierbar bleibt.