Ambulante Versorgung

Die ambulante ärztliche Behandlung umfasst alle Tätigkeiten des Arztes, die zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten ausreichend und zweckmäßig sind. Der Leistungskatalog, also das, was der Arzt an Therapiemethoden in der ambulanten Versorgung erbringen darf, ist im Sozialgesetzbuch nur als Rahmenrecht vorgegeben. Die konkrete Ausgestaltung regelt der Gemeinsame Bundesausschuss in Richtlinien. Innerhalb des dort beschriebenen Leistungsspektrums kann der Arzt die jeweilige Methode frei wählen.

Die Verbände der Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen vereinbaren die Höhe der Gesamtvergütungen für die vertragsärztlichen Leistungen in bestimmten Regionen. Mit der Zahlung der Gesamtvergütung sind also alle Honoraransprüche der Ärzte für die Versorgung der Versicherten in der Region abgegolten, für die Verteilung unter die Ärzte ist die Kassenärztliche Vereinigung zuständig.

Die Gesundheitsreform sieht vor, dass die Ärztevergütung ab dem Jahr 2007 anders geregelt wird. Die Vertragspartner vereinbaren dann statt der Gesamtvergütungen den mit der Zahl und der Morbidität der Versicherten einer Krankenkasse jeweils verbundenen Behandlungsbedarf (Regelleistungsvolumina). Bis zu einer Obergrenze werden die ärztlichen Leistungen dann mit festen Preisen vergütet. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die ärztliche Vergütung nicht primär nach der finanziellen Situation der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richtet, sondern sich an der Morbidität und dem Versorgungsbedarf der Patienten orientiert. Im Jahr 2006 werden Regelleistungsvolumina noch unter dem Dach der Gesamtvergütung vereinbart.

Die Versicherten haben die freie Arztwahl, es gibt keine Verpflichtung, zunächst einen Hausarzt aufzusuchen. Allerdings hat die Gesundheitsreform die Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten ein Hausarztsystem anzubieten. Wer daran teilnimmt und bei gesundheitlichen Problemen immer zunächst einen bestimmten Hausarzt aufsucht, profitiert doppelt davon: erstens behält ein Arzt den Überblick über die gesamte Krankengeschichte und Therapie. Und zweitens kann die Krankenkasse für die Einschreibung in ein Hausarztsystem einen finanziellen Bonus gewähren, zum Beispiel eine Ermäßigung bei der Praxisgebühr oder bei den Zuzahlungen.

Mit der Gesundheitsreform ist außerdem ermöglicht worden, dass die Patientinnen und Patienten sich auch in Krankenhäusern ambulant behandeln lassen können: nämlich bei hochspezialisierten Leistungen, seltenen Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Behandlungsverläufen. Damit werden die besonderen Kenntnisse und Möglichkeiten des Krankenhauses den Versicherten auch in der ambulanten Versorgung zugänglich gemacht.