Steuern auf Berufsunfähigkeitsrenten

Rentenzahlungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung müssen versteuert werden. Wie hoch die Steuern auf die Berufsunfähigkeitsrente ausfallen, hängt davon ab, ob ein BU-Vertrag der 3. Schicht oder im Rahmen der Basis-Rente abgeschlossen wurde.

Renten aus privaten Versicherungsverträgen müssen versteuert werden. Auch Renten aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung unterliegen der Steuerpflicht. Die versicherte Rentenhöhe entspricht also nicht zwangsläufig der tatsächlichen BU-Rente nach Steuern. In § 55 Abs. 2 EStDV ist festgelegt, dass die BU-Renten mit dem Ertragsanteil zu versteuern sind. Der Ertragsanteil hängt von der Bezugsdauer der Rente ab. Grundsätzlich gilt: Je länger die Bezugsdauer ist, desto höher ist der steuerpflichtige Anteil.

Grundsätzlich gilt der allgemeine Steuerfreibetrag, bis zu dem keine Einkommensteuern anfallen. Erst wenn dieser Betrag überschritten wird, greift die Ertragsanteilsbesteuerung. Dazu ein kurzer Überblick über die Ertragsanteile bei unterschiedlichen BU-Rentenlaufzeiten:

  • Bezugsdauer 1 Jahr: 0%
  • Bezugsdauer 5 Jahre: 5%
  • Bezugsdauer 10 Jahre: 12%
  • Bezugsdauer 20 Jahre: 21%
  • Bezugsdauer 30 Jahre: 30%

Beispiel: Wer ab dem 35. Lebensjahr eine BU-Rente von 1.000 EUR erhält, die bis zum 65. Lebensjahr bezahlt wird, muss einen Ertragsanteil von 30%, also 300 EUR, versteuern. Liegt der Grenzsteuersatz bei 25%, so sind auf die BU-Rente insgesamt 75 EUR Steuern zu zahlen.

Anders verhält es sich, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung in Kombination mit einer Rürup-Rente abgeschlossen wurde. Die Besteuerung erfolgt nach den im Alterseinkünftegesetz festgelegten Steuersätzen. Unabhängig von der Laufzeit der BU-Rentenzahlung liegt der Steueranteil im Jahr 2018 bei 76%, im Jahr 2020 bei 80% und im Jahr 2040 bei 100%. Daraus ergibt sich, dass bei BU-Verträgen der 1. Schicht grundsätzlich eine höhere Absicherung gewählt werden muss als bei 3. Schicht-Verträgen, um Netto eine gleich hohe Zahlung zu erhalten.