Umorganisation des Arbeitsplatzes in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Bei Vorliegen einer Berufsunfähigkeit werden neben den medizinischen Faktoren auch berufliche Aspekte geprüft. Vor allem Selbständige und leitende Angestellte können durch eine Umorganisation des Arbeitsplatzes nicht als berufsunfähig gelten.

Im Rahmen der Prüfung einer Berufsunfähigkeit werden auch die Aspekte der beruflichen Tätigkeit geprüft. Wie war der Arbeitsplatz ausgestaltet? Wie sah ein typischer Arbeitstag aus? Möglicherweise lässt sich die berufliche Tätigkeit trotz der Erkrankung fortführen, wenn eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes vorgenommen wird. Die Regelungen zur Umorganisation sind ein Teil der Versicherungsbedingungen und betreffen vor allem Führungskräfte sowie Selbständige.

Sehen die Bedingungen eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes vor, prüft der Versicherer im BU-Fall, ob die bisherige Tätigkeit durch eine neue Strukturierung weiter ausgeübt werden kann. Dies greift vor allem beim Geschäftsführern und Gesellschafter-Geschäftsführern. Diese Personen sind mit der Leitung des Unternehmens beauftragt und können die Tätigkeiten, die ausgeübt werden sollen, selbst festlegen. Der Versicherer beurteilt die Berufsunfähigkeit daher in der Weise, ob eine neue Aufgabenverteilung im Unternehmen möglich ist.

In der Regel ist die Umorganisation für Selbständige in zahlreichen BU-Tarifen enthalten. Allerdings sehen leistungsstarke Tarife folgende Bedingungen vor:

  • Die Umorganisation muss zumutbar sein und in den Betriebsablauf passen.
  • Die Neugestaltung des Arbeitsplatzes darf keinen erheblichen Kapitaleinsatz erfordern.
  • Der Betroffene darf keine erheblichen Einkommenseinbußen erleiden.