Ändert sich der Mindesteigenbeitrag zur Riester-Rente bei Heirat, Scheidung oder Geburt eines Kindes?

Änderungen des Mindesteigenbeitrages müssen vorgenommen werden, wenn sich das Einkommen oder der rentenversicherungsrechtliche Status ändert. Änderungen erfolgen bei Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung, wenn der Ehepartner in die Auszahlungsphase eintritt, bei Tod des Ehegatten, beim Ende der rentenrechtlichen Kindererziehungszeit und beim Wegfall des Kindergeldanspruchs.

Heirat und Geburt eines Kindes

Es kann vorkommen, dass ein Ehegatte erst durch eine Heirat mittelbar zulagenberechtigt wird. Wird die Förderung in Anspruch genommen, empfiehlt es sich, die Statusänderung noch im laufenden Jahr vorzunehmen, denn die Höhe des Mindesteigenbeitrages wird hierdurch berührt.

Wird ein Kind geboren, sollte man das unverzüglich melden, denn dem Versicherten steht die Kinderzulage zu. Die Kinderzulage verringert die Höhe des Mindesteigenbeitrages. Zudem kann es zu rentenrechtlichen Änderungen kommen, wenn die Kindererziehungszeit von einem mittelbar Zulagenberechtigten in Anspruch genommen wird.

Scheidung

Waren beide Ehegatten in der Rentenkasse pflichtversichert, ergibt sich durch eine Scheidung keine Änderung. Gegebenenfalls sind Kinderzulagen neu zu ordnen. Anders sieht es aus, wenn einer der Ehegatten unmittelbar und der andere mittelbar förderberechtigt ist. Im Falle einer Trennung entfällt für den mittelbar Förderberechtigten nämlich die Grundlage für eine Teilhabe an der Riester-Förderung. Es besteht in diesem Fall die Option, die Beiträge für den zweiten Vertrag einzustellen.

Die Förderung läuft noch für das laufende Jahr, in dem die Trennung stattfand, unverändert, es sei denn, der unmittelbar Berechtigte heiratet noch im selben Jahr. In diesem Fall müssen die jeweiligen Mindesteigenbeiträge sofort angepasst werden. Hat keiner der Partner im laufenden Jahr geheiratet, werden die ehemaligen Ehepartner wie Alleinstehende behandelt. Derjenige Partner, der das Kindergeld bezieht, erhält die Kinderzulage.

Der Mindesteigenbeitrag muss in diesem Fall erst im folgenden Jahr neu kalkuliert werden. Im Normalfall werden die Ersparnisse eines Riestervertrages per Versorgungsausgleich aufgeteilt. Es kommt zu keinem Ausgleich, wenn dieser ausdrücklich ausgeschlossen wurde oder wenn die Ehe nicht länger als drei Jahre andauerte.

Hat sich der Mindesteigenbeitrag im laufenden Jahr erhöht, kann die Differenz durch eine Sonderzahlung beglichen werden. Sie muss dem Vertrag bis zum 31. Dezember gutgeschrieben sein, um noch zum laufenden Jahr zu zählen.

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