Wie wird bei der Riester-Rente der Mindesteigenbeitrag berechnet?

Die Berechnung des Mindesteigenbeitrages erfolgt je nach Lebenssituation und Beruf unterschiedlich. Bei Ehepaaren, pflichtversicherten Selbständigen, Einkünften aus der Land- und Forstwirtschaft, während der Altersteilzeit oder während des Bezugs von Elterngeld gibt es einige Punkte zu berücksichtigen.

Berechnung des Mindesteigenbeitrages bei Ehepaaren

Bei einem Ehepaar kann es vorkommen, dass beide Teile unmittelbar zulagenberechtigt sind. In diesem Fall wird die Höhe des Mindesteigenbeitrages gesondert ermittelt. Bei der Berechnung des Mindesteigenbeitrags des begünstigten Ehegatten sind auch die dem eigentlich nicht begünstigten Ehegatten zustehenden Zulagen zu berücksichtigen. Der Mindestbeitrag in Höhe von 60 Euro eines mittelbar Zulagenberechtigten findet hier jedoch keine Berücksichtigung.

Zahlt der unmittelbar Zulagenberechtigte den erforderlichen Mindesteigenbeitrag nur anteilig und der mittelbar Berechtigte vollständig, werden die Zulagen für beide Verträge nur anteilig gewährt. Leistet der mittelbar Begünstigte seinen Mindesteigenbeitrag nur teilweise oder gar nicht, so erhält er keine Zulagen. Im Zweifel kann dies zu einer Kürzung der Zulagen beim unmittelbar Berechtigten führen.

Bei Ehepaaren kann kein gemeinsamer Riester-Vertrag geschlossen werden, auf den dann beide Grundzulagen gezahlt werden, denn jeder Zulagenberechtigte muss einen eigenen Altersvorsorgevertrag abschließen. Grundsätzlich müssen unmittelbar Zulagenberechtigte vier Prozent vom versicherungspflichtigen Bruttogehalt des Vorjahes in den Riester-Vertrag einzahlen (max. 2.100 Euro im Jahr).

Mindesteigenbeitrag bei pflichtversicherten Selbstständigen

Die Höhe des Mindesteigenbeitrags bei pflichtversicherten Selbständigen berechnet sich nach den rentenversicherungspflichtigen Einnahmen des Vorjahres. Diese können der jährlichen Beitragsbescheinigung entnommen werden, die der Rentenversicherungsträger jeweils bis Ende Februar des Folgejahres zusendet.

Mindesteigenbeitrag für land- und fortwirtschaftliches Einkommen

Wer in der Land- und Forstwirtschaft versichert ist, bei dem berechnet sich die Höhe des Mindesteigenbeitrags aus den Einkünften aus dem zweiten dem Sparjahr vorangegangenen Veranlagungszeitraum. Sollte der Sparer in der gesetzlichen Rentenversicherung und in der Pflichtversicherung der Landwirte versichert sein, gelten die beitragspflichtigen Einnahmen des Vorjahres sowie die Einkünfte aus dem dem zweiten Sparjahr vorangegangenen Veranlagungszeitraum als Grundlage für die Ermittlung des Mindesteigenbeitrages.

Werden mehrere wirtschaftliche Betätigungen ausgeübt, bildet die Summe der innerhalb dieser Einkunftsart erzielten Einkünfte die Berechnungsgrundlage. Der Abzug negativer Einkünfte von den Einnahmen zur Ermittlung des Mindesteigenbeitrages ist nicht gestattet.

Berechnung des Mindesteigenbeitrages während Altersteilzeit und Elterngeldbezug

Maßgeblich ist das sozialversicherungspflichtige Entgelt, welches im jeweils vorangegangenen Kalenderjahr tatsächlich erzielt wurde, nicht aber die Aufstockungsbeträge. Das Elterngeld stellt keine maßgebende Einnahme dar. Aus diesem Grund kann es keine Berücksichtigung im Rahmen der Mindesteigenbeitragsberechnung finden.

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