Welche Früherkennungsuntersuchungen zahlt die gesetzliche Krankenversicherung?

Wird eine Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt, steigen die Chancen auf eine Heilung. Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenversicherung werden für Versicherte in jedem Lebensstadium kostenfrei angeboten.

Früherkennung: Leistungskatalog zur Gesunderhaltung

Werden Krankheiten frühzeitig erkannt und behandelt, steigen die Chancen des Patienten auf eine Heilung. Gesetzlich Krankenversicherten wird heute ein umfangreiches Leistungsspektrum angeboten, an Früherkennungsuntersuchungen teilzunehmen. Bereits seit Jahrzehnten gehören Früherkennungsmaßnahmen zu den Kassenleistungen, um die Gesunderhaltung der Versicherten zu gewährleisten und auch Folgekosten im Krankheitsfall zu reduzieren. Doch nehmen längst nicht alle gesetzlich Krankenversicherten dieses Angebot wahr, obwohl die Heilungschancen insbesondere bei schweren Erkrankungen durch eine frühzeitige Diagnose ansteigen.

Die Todesrate von Patienten, die unter Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs leiden, ließe sich durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen reduzieren, doch nehmen selbst bei den angebotenen Check-ups, die im Turnus von zwei Jahren allen Versicherten ab dem 35. Lebensjahr angeboten werden, nur wenige teil. Diese Ganzkörperuntersuchungen beinhalten neben einer Urinuntersuchung und dem Ermitteln von Cholesterin- und Blutzuckerwerten auch eine Kontrolle des Blutdrucks und ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Arzt. Die Angebote zur Krebsfrüherkennung schließen Untersuchungen der Genitalien, der Haut und des Darmtraktes ein.

Früherkennungsuntersuchungen für Schwangere und Kinder

Zum Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenversicherung gehört auch eine umfassende Betreuung von Schwangeren bis zur Entbindung und darüber hinaus. Neben Beratungsgesprächen und Früherkennungsuntersuchungen profitieren Schwangere vom Zusammenspiel zwischen dem behandelnden Arzt, Hebammen und der jeweiligen Krankenkasse, denn auch Gesundheitsrisiken, die auf einer falschen Ernährung basieren, lassen sich frühzeitig minimieren. Enthalten im Leistungskatalog der Schwangerschaftsvorsorge ist eine HIV-Untersuchung, eine Ultraschalldiagnostik, eine Früherkennung von Risikoschwangerschaften und Blutuntersuchungen.

Von Früherkennungsuntersuchungen profitieren auch Kinder ab der Geburt. Früherkennungs- und Vorsorgemaßnahmen lassen sich in einem speziellen Untersuchungsheft dokumentieren, das Eltern nach der Geburt ihres Kindes ausgehändigt wird. Hier sind alle Untersuchungstermine zur Früherkennung von Krankheiten bei Jungen und Mädchen aufgelistet. Bis zum Alter von sechs Jahren sehen die Kassen zehn Untersuchungstermine vor, wobei der erste direkt nach der Geburt angeboten wird. Danach folgen Jugenduntersuchungen zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr, die sich auf die Entwicklung des jungen Patienten beziehen.

Früherkennungsuntersuchungen beinhalten Zahngesundheit und Impfschutz

Früherkennungsuntersuchungen schließen auch die Zahngesundheit mit ein. Einmal im Kalenderhalbjahr bieten die Krankenkassen für Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren eine kostenlose Untersuchung auf Zahnerkrankungen sowie Mund- und Kieferkrankheiten an. Im Erwachsenenalter stehen Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung Zahn-Früherkennungsuntersuchungen zur Verfügung.

Ebenfalls in den Bereich Früherkennungsuntersuchungen fallen Schutzimpfungen. Sie sind fester Bestandteil des Leistungsspektrums der Krankenkassen, die auch die Kosten für spezielle Reiseschutzimpfungen übernehmen. Regelimpfungen für Neugeborene, Kinder und Jugendliche beinhalten unter anderem Tetanus-, Poliomyelitis-, Tetanus- und Diphterieimpfung, die durch Auffrischimpfungen ergänzt werden sollten. Liegt aufgrund besonderer Risiken eine erhöhte Gefährdung bei Patienten vor, übernehmen die Krankenkassen auch Kosten für sogenannte Indikationsimpfungen. Dazu gehört unter anderem die Influenza-Schutzimpfung, die zum Standardimpfschutz bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr gehören sollte. Grundsätzlich sind die Leistungsangebote der Krankenkassen identisch, wobei einige Zusatzleistungen anbieten.

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