Richtig krankmelden - wie geht das?

Als Arbeitnehmer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, den Arbeitgeber im Krankheitsfall unverzüglich zu informieren. Nur wenn Sie sich als Arbeitnehmer richtig krankmelden, haben Sie keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu erwarten. Tipps für Arbeitnehmer.

Richtig krankmelden sichert Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall

Deutschland ist ein Sozialstaat. Aus diesem Grund sind alle Arbeitnehmer aber auch Arbeitgeber sowie alle nicht erwerbstätigen Personen gesetzlich beziehungsweise privat krankenversichert. Aufgrund der Versicherungspflicht erhalten alle Versicherten im Fall einer Krankheit medizinische Versorgung. Zudem können Arbeitnehmer in Deutschland im Krankheitsfall zumeist von einer Entgeltfortzahlungprofitieren, sodass sie auch ohne die Erbringung einer Leistung weiter entlohnt werden.

Es gilt jedoch zu beachten, dass eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall in der Regel nur dann gesetzlich vorgeschrieben ist, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • das Arbeitsverhältnis besteht schon mindestens seit 4 Wochen,
  • der Arbeitnehmer ist aufgrund einer Krankheit arbeitsunfähig,
  • die Arbeitsunfähigkeit hat der Arbeitnehmer nicht durch Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zu verschulden,
  • der Arbeitnehmer meldet dem Arbeitgeber unverzüglich seine Arbeitsunfähigkeit.

Da sich ein Arbeitnehmer für den Erhalt einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall sich richtig krankmelden muss, ist es wichtig, dass man als Arbeitnehmer weiß, welche Schritte bei einer Krankmeldung eingeleitet werden müssen. Nur wenn diese Schritte eingehalten werden und alles beachtet hat, kann der Arbeitnehmer von einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall profitieren und hat mit keinen arbeitsrechtlichen Konsequenzen zu rechnen. Schon um keine finanziellen Einbußen zu erleiden, muss man sich also richtig krankmelden.

Richtig krankmelden: die Anzeigepflicht des Arbeitnehmers

Für den Erhalt einer Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall ist es also zwingend notwendig, dass man sich als Arbeitnehmer bei Eintritt einer Arbeitsunfähigkeit unverzüglich richtig krankmeldet. Der Arbeitnehmer hat somit gegenüber dem Arbeitgeber eine Anzeigepflicht.

Gemäß § 5 Abs. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes (EntgFG) hat der Arbeitnehmer den Arbeitgeber unverzüglich, im Idealfall vor Arbeitsbeginn, über die Arbeitsunfähigkeit sowie die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit in Kenntnis zu setzen. Der Arbeitnehmer kann den Arbeitgeber zum Beispiel persönlich, telefonisch oder schriftlich über die Arbeitsunfähigkeit informieren. Zudem ist es auch möglich, dass ein Dritter den Arbeitgeber über die Arbeitsunfähigkeit informiert.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit ist generell zu beachten, dass es, wenn man sich richtig krankmelden will, unbedingt notwendig ist den Arbeitgeber zeitnah informiert. Deshalb ist eine schriftliche Krankmeldung auf dem postalischen Weg nicht möglich. Anders verhält es sich hingegen bei einer schriftlichen Krankmeldung per E-Mail oder Fax, da hier der Arbeitgeber zeitnah von der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers erfahren kann.

Obwohl der Gesetzgeber keine konkreten Vorschriften erlassen hat, wie man sich richtig krankmelden muss, können diese im Einzelfall bestehen. So ist es zum Beispiel in einigen Unternehmen aufgrund von Betriebsanweisungen vorgeschrieben, dass eine Krankmeldung bei der Personalabteilung persönlich oder telefonisch angezeigt werden muss.

Richtig krankmelden: Nachweispflicht des Arbeitnehmer

Auf der Grundlage des § 5 Abs. 1 EntgFG muss ein Arbeitnehmer den Arbeitgeber über seine Arbeitsunfähigkeit informieren. Nichtsdestotrotz ist er nicht grundsätzlich dazu verpflichtet, seine Arbeitsunfähigkeit nachzuweisen. Es bedarf eines Nachweises in Form von einem ärztlichen Attest erst dann, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als 3 Kalendertage andauert.

Bei kürzeren Erkrankungen wie zum Beispiel einer Magenverstimmung kann grundsätzlich auf einen Arztbesuch verzichtet werden. Ausnahmen von dieser Regelung gelten jedoch dann, wenn der Arbeitgeber auf ein ärztliches Attest besteht. Das Gesetz sieht nämlich die Möglichkeit vor, dass ein Arbeitgeber auf einem solchen Nachweis bestehen kann.

Aus diesem Grund sollte man sich, wenn man sich als Arbeitnehmer richtig krankmelden will, über die geltende Praxis im Unternehmen informieren. Im Zweifelsfall ist es immer die beste Möglichkeit, wenn man sich auch bei kürzeren Erkrankungen die Arbeitsunfähigkeit durch einen Arzt attestieren lässt. Bei akuten Erkrankungen wie zum Beispiel einer Magenverstimmung kann ein solches Attest auch rückwirkend ausgestellt werden. Somit ist beispielsweise kein Arbeitnehmer mit einem akuten Durchfall dazu genötigt, einen Arzt unverzüglich aufzusuchen.

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