Welche Leistungen gibt es für stationäre Behandlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung?

Krankenhausbehandlungen gliedern sich in vollstationäre, teilstationäre, vorstationäre, nachstationäre und ambulante Behandlungen. Gesetzlich Versicherte haben in der Bundesrepublik Deutschland einen Anspruch auf eine Krankenhausbehandlung, der in § 39 Sozialgesetzbuch V geregelt ist.

Grundsätzlich muss die Notwendigkeit einer Krankenhausbehandlung vom behandelnden Arzt indiziert sein. Bei der Aufnahme des Patienten prüft das entsprechende Krankenhaus nochmal die Erfordernis einer Therapie im Krankenhaus. Ob der Patient voll-, teil-, vor-, oder nachstationär behandelt wird, liegt im Ermessen des Arztes.

Voll-, teil-, vor- oder nachstationär?

Patienten, bei denen das Therapieziel nicht durch teil-, vor-, oder nachstationäre Behandlungen oder häuslicher Krankenpflege erreicht werden konnte, können sich einer vollstationären Behandlung unterziehen. Ein vollstationärer Krankenhausaufenthalt umfasst die ärztliche Behandlung, Krankenpflege, Medikamente, Unterkunft und Verpflegung.

Wer eine Behandlung durch einen Chefarzt wünscht und im Zweibettzimmer untergebracht werden möchte, muss dies als Kassenpatient entweder selbst leisten oder eine entsprechende private Zusatzversicherung für das Krankenhaus abschließen. Grundsätzlich sollte die Therapie im nächstgelegenen Krankenhaus erfolgen.

Wer teilstationär behandelt wird, befindet sich entweder tagsüber oder nachts in der Klinik. Der Patient wird ebenfalls medizinisch versorgt, untergebracht und verpflegt. Diese Form der Therapie wird tages- bzw. nachtklinische Behandlung genannt. Eine vorstationäre Behandlung wird zwar in einer Klinik durchgeführt, jedoch ohne Unterkunft und Verpflegung. Diese Art der Therapie ist indiziert, wenn eine vollstationäre Behandlung zur Disposition steht.

Eine vorstationäre Behandlung ist zeitlich begrenzt. Sie sollte sich maximal auf drei Behandlungstage innerhalb von fünf Tagen vor Beginn der vollstationären Therapie erstrecken. Eine nachstationäre Behandlung, ohne Unterkunft und Verpflegung, ist angemessen, wenn der Behandlungserfolg eines stationären Aufenthaltes gesichert werden soll. Auch diese Form der Therapie unterliegt einer zeitlichen Begrenzung, nämlich sieben Tage innerhalb einer Zweiwochenfrist nach Beendigung einer vorausgegangenen Behandlung. Sie kann in Ausnahmefällen jedoch verlängert werden.

Krankenhauswahl, Kinder, Abrechnung, Zuzahlung

Generell können Patienten das Krankenhaus, indem sie behandelt werden, frei wählen. Allerdings können Kassenpatienten keine Privatkliniken in Anspruch nehmen, es sei denn, sie zahlen die Behandlung selbst. Müssen Kinder stationär behandelt werden, tritt die gesetzliche Krankenversicherung zudem für die entstandenen Kosten einer Begleitperson ein.

Grundsätzlich rechnen die Krankenhäuser die Kosten für stationäre Krankenhausaufenthalte mit den Krankenkassen nach dem Fallpauschalengesetz ab. Lediglich psychiatrische Kliniken rechnen nach Tagessätzen ab, da das Fallpauschalensystem für sie ungeeignet ist.

Jeder gesetzlich Versicherte, ab dem 18. Lebensjahr, muss eine Zuzahlung leisten, die bei 10 Euro pro Tag liegt. Die Eigenleistung beschränkt sich jedoch auf den Zeitraum von 28 Tagen. Zuzahlungsbefreit sind Patienten, bei denen die Unfallversicherung greift. Wird allerdings die Belastungsgrenze von zwei Prozent des Jahresbruttoeinkommens bzw. einem Prozent bei chronisch Kranken überschritten, besteht die Möglichkeit sich von der Zuzahlung befreien zu lassen.

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