Wie hoch sind die Zuschüsse für Zahnersatz bei gesetzlichen Krankenkassen?

Jedem gesetzlich Versicherten steht die Behandlung seiner Zähne zu. Für den Zahnersatz zahlt die gesetzliche Krankenversicherung sogenannte Festzuschüsse, die vom Befund abhängig sind und vom Gemeinsamen Bundesausschuss festgelegt wurden.

Festzuschüsse bei Zahnersatz

Unter festsitzendem Zahnersatz versteht man Kronen, Teilkronen und Brücken. Zahnärzte unterscheiden zudem bei herausnehmbarem Zahnersatz zwischen totalen Prothesen und Teilprothesen. Unter kombiniertem Zahnersatz versteht man einen fest einzementierten Teil und einem herausnehmbaren Teil. Der Festzuschuss der Krankenkassen für Zahnersatz setzt sich aus den Gebührenpositionen für die erforderlichen Zahnersatzleistungen und den entsprechenden Zahntechnikerkosten für eine Zahnersatz-Grundversorgung zusammen.

Die Leistung der gesetzlichen Krankenversicherungen für Zahnersatz bezieht sich nur auf die Regelversorgung, welche sich nach den günstigsten und zweckmäßigsten Materialien richtet. Die Höhe des Festzuschusses entspricht etwa 50% der Kosten der Standardtherapie. Wer regelmäßig beim Zahnarzt war und sein Bonusheft lückenlos führte, kann darauf hoffen, für eine fünfjährige lückenlose Bonusheftführung eine Erhöhung des Festzuschusses um 20 Prozent zu erhalten, bei zehnjähriger vollständiger Führung erhöht sich der Festzuschuss der Kasse sogar um 30 Prozent.

Kinder und Jugendliche ab dem 12. Lebensjahr sollten in diesen Zeitfenstern einen Eintrag im Rahmen der Individualprophylaxe pro Kalenderjahr im Bonusheft nachweisen können. Härtefallpatienten dürfen damit rechnen, dass sich der Festzuschuss entsprechend ihrer Einkommenssituation erhöht.

Ein Härtefall liegt vor, wenn ein Versicherter unzumutbar belastet wird - also wenn das monatliche Bruttoeinkommen die Grenze in Höhe von 1.190 Euro unterschreitet (1.636,25 Euro, wenn der Versicherte mit einen Angehörigen zusammenlebt, für jeden weiteren Angehörigen kommen jeweils weitere 297,50 Euro dazu).

Regelversorgung, gleichartige und andersartige Versorgung

Im Gegensatz zur Regelversorgung, die ausreichend, wirtschaftlich und zweckmäßiger Art ist, kann ein Zahnpatient auch gleichartig versorgt werden. Hier handelt es sich um eine Zahnersatz-Regelversorgungsmaßnahme mit zusätzlichen Leistungen. Die zusätzlich entstehenden Kosten muss der Versicherte tragen.

Der Zuschuss der Regelversorgung wird zwar auch bei der gleichartigen Versorgung gezahlt, er bezieht sich jedoch nicht auf die zusätzlichen Leistungen, Honorar, Material- oder Laborkosten. Wer andersartig versorgt wird, bei dem unterscheiden sich die anstehenden zahnmedizinischen Schritte komplett von der Regelversorgung. Auch hier kommt der Krankenversicherer für die Kosten der Regelversorgung auf, die Mehrkosten muss jedoch der Patient tragen.

Jeder Patient sollte den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung in Erwägung ziehen, um hohen Zuzahlungen für Zahnersatz, Inlays oder Kronen entgegen zu wirken. Ob das in jedem Fall sinnvoll ist, richtet sich unter anderem nach dem Leistungsniveau der Krankenkassen.

Heil- und Kostenplan

Sofern Zahnersatz vom Zahnarzt angeraten wird und Leistungen der Krankenkasse in Anspruch genommen werden sollen, muss der Dentist einen sogenannten Heil- und Kostenplan erstellen, der detailliert Auskunft über die anstehende Behandlung und die anfallenden Kosten gibt. Er informiert zudem über die Höhe des Festzuschusses der Krankenkasse bzw. der Kostenübernahme durch die private Krankenversicherung und dem sich ergebenden Eigen-, Beihilfe- oder Sozialamtsanteil.

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