Zahlt die Krankenkasse die Kosten einer Soziotherapie?

Personen mit schweren psychischen Erkrankungen können sich einer Soziotherapie unterziehen. Die Kosten der Behandlungen werden von den Krankenkassen übernommen. Eine vorherige Genehmigung der Kasse ist erforderlich. Zudem muss der Versicherte Zuzahlungen leisten.

„Die ambulante Soziotherapie soll Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen in die Lage versetzen, ärztliche oder ärztlich verordnete Leistungen selbständig in Anspruch zu nehmen. Soziotherapie soll den Patienten durch Motivationsarbeit und strukturierte Trainingsmaßnahmen helfen, psychosoziale Defizite abzubauen und ihn in die Lage versetzen, die erforderlichen Leistungen zu akzeptieren und wahrzunehmen.“

Nach § 37 a SGB V haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf Soziotherapie. Die Soziotherapie setzt an, indem Einsicht, Aufmerksamkeit, Initiative, soziale Kontaktfähigkeit und Kompetenz eines schwer psychisch Kranken Förderung erfahren. Ein befugter Arzt, in Deutschland existieren 900 von ihnen, kann Soziotherapie verordnen, wenn sich dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermeiden oder verkürzen lässt. Im Normalfall findet eine Behandlung im sozialen Umfeld des Kranken statt.

Anspruchsgrundlage

Menschen, deren Antrieb, Ausdauer und Belastbarkeit gestört sind, haben Anspruch auf Soziotherapie. Patienten, deren planerisches Denken und Handeln eingeschränkt sind und denen der Realitätsbezug größtenteils fehlt, dürfen ebenfalls auf professionelle Hilfe hoffen.

Wer sich schwer tut, Kontakte zu knüpfen, mangelnde Compliance zeigt, unfähig ist, Konflikte zu lösen, sich schwer konzentrieren kann und sich bezüglich der Merkfähigkeit nicht leicht tut, kann ebenfalls Unterstützung erwarten.

Leistungserbringer

Wie die Leistungserbringer ihre Aufgabe zu erfüllen haben, ist in einer Gemeinsamen Empfehlung der Spitzenverbände der Krankenkassen geregelt. Krankenkassen oder die Landesverbände der Krankenkassen können mit den Leistungserbringern Verträge schließen. Grundsätzlich muss jede Verordnung von der Krankenkasse genehmigt werden, es gibt jedoch genehmigungsfreie Ausnahmen. Lediglich Diplom-SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, Fachkrankenschwestern oder -pfleger für Psychiatrie können die Betroffenen therapieren.

Die Leistungserbringer müssen zahlreiche Kenntnisse nachweisen, bevor sie die schwer Erkrankten behandeln dürfen. Geeignete Einrichtungen können beispielsweise sozialpsychiatrische Dienste, Tagesstätten für psychisch Kranke und Behinderte oder Praxen von Fachärzten für Psychiatrie oder Nervenheilkunde mit psychiatrischem Schwerpunkt sein.

Der Therapeut muss die Behandlung dokumentieren. Generell wird die Soziotherapie in Einzelstunden erbracht, in begründeten Ausnahmen, besteht jedoch die Möglichkeit einer Gruppentherapie. Eine Einheit umfasst die Zeitdauer von 60 Minuten. Innerhalb eines Zeitraumes von drei Jahren können höchstens 120 Einheiten je Krankheit verordnet werden.

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