Wer hat Anspruch auf eine Haushaltshilfe?

Die Leistungen zur Haushaltshilfe stellen eine Sozialleistung dar, die bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt wird. Maßgeblich sind die Vorschriften des Sozialgesetzbuchs (SGB) V.

Grundsätzlich hat jeder gesetzlich Versicherte Anspruch auf eine Haushaltshilfe, wenn sie oder eine im Haushalt lebende Person die Alltagsarbeiten nicht erledigen können. Eine Anspruchsgrundlage ergibt sich, wenn sich eine Person einer Krankenhausbehandlung unterzieht, medizinische Vorsorgeleistungen getroffen werden müssen, medizinische Rehabilitationsmaßnahmen ergriffen müssen oder eine Mutter-Kind-Kur durchgeführt werden muss, so dass die betroffene Person nicht in der Lage ist, die Haushaltsführung auszuüben.

Eine weitere Voraussetzung für die Gewährung einer Haushaltshilfe ist die Tatsache, dass in dem Haushalt ein Kind lebt, welches jünger als zwölf Jahre ist. Bei ambulanter Behandlung wird in der Regel keine Haushaltshilfe gewährt. In Ausnahmefällen, das ist von Krankenkasse zu Krankenkasse unterschiedlich, kann eine Hilfe nach einer ambulanten OP oder bei einer Erkrankung ohne Krankenhausaufenthalt genehmigt werden. Die Dauer der Krankenkassenleistung richtet sich nach der Entwicklung der Krankheit.

Schwangerschaft und Entbindung

Wer aufgrund einer Schwangerschaft oder einer Entbindung nicht in der Lage ist, seinen Haushalt zu führen, kann eine Haushaltshilfe anfordern, wenn sich niemand im Haushalt findet, der die Arbeiten verrichten kann. Für die Gewährung einer Unterstützung ist es irrelevant, ob in dem Haushalt ein weiteres Kind lebt oder nicht.

Die Dauer der Hilfeleistung ist zeitlich nicht beschränkt, sie liegt im Ermessen des Arztes oder der Hebamme. Die Hilfe, meist Haus- oder Familienpflegerinnen, verrichtet alle notwendigen Arbeiten im Haushalt, wie Waschen, Putzen oder Kochen. Kinder, die unter 12 Jahre alt sind, können von der Hilfe zudem betreut werden. Die Hilfskraft darf täglich 8 Stunden einen Haushalt unterstützen, in Ausnahmefällen auch zehn Stunden.

Verwandte oder Verschwägerte erhalten keinen Lohn

Helfen Verwandte oder Verschwägerte bis zum 2. Verwandtschaftsgrad, dürfen diese nicht entlohnt werden. Allerdings kann die jeweilige Kasse die Fahrtkosten und den Verdienstausfall der Helfenden tragen, sollten diese in einem adäquaten Verhältnis zu den Kosten einer Haushaltshilfe stehen. Die Krankenkasse entscheidet über den jeweiligen Bedarf und Umfang einer Haushaltshilfe.

Die Kassen müssen darauf achten, dass das notwendige Maß nicht überschritten wird. Versicherte müssen jedoch einen 10-prozentigen Eigenanteil an den entstehenden Kosten selbst tragen. Die tägliche Zuzahlung beträgt mindestens fünf und höchstens 10 Euro pro Tag. Wer schwanger ist oder entbindet, braucht diesen Anteil nicht zu entrichten. Ein Antrag ist bei der jeweiligen Krankenkasse zu stellen.

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