Was sind Heilmittel?

Unter Heilmitteln versteht man physiotherapeutische Maßnahmen, wie Krankengymnastik, und Lymphdrainage oder Leistungen der Ergo- und Sprachtherapie sowie podologische Maßnahmen. Ärzte stellen bei den Patienten eine Indikation fest und Therapeuten erbringen die Dienstleistung.

Heilmittel umfassen beispielsweise Physiotherapien, podologische Maßnahmen oder Sprachförderungen. Diese Dienstleistungen werden von Ärzten verordnet und von Therapeuten ausgeführt. Die Leistungserbringer absolvierten spezielle Ausbildungen, um den Anforderungen der Verordnungen gerecht werden zu können. So werden podologische Therapien von Podologen ausgeführt und physikalische Behandlungen von Physiotherapeuten, Masseuren oder Bademeistern.

Wer eine Stimm-, Sprech- oder Sprachtherapie benötigt, kann sich nur an Logopäden oder Spachheilpädagogen wenden. Wer eine ergotherapeutische Behandlung braucht, muss sich Termine bei Ergotherapeuten geben lassen. Um eine Verordnung durchzuführen, benötigen die Behandelnden eine Zulassung, die die Landesverbände der Krankenkassen und die Ersatzkassen erteilen.

Heilmittelkatalog

Der Heilmittelkatalog des Gemeinsamen Bundesausschusses informiert, welche Heilmittel, in welcher Anzahl, bei bestimmten Indikationen, zu einer medizinisch adäquaten und wirtschaftlich vertretbaren Versorgung führen. Außerdem gibt er Auskunft über die Verordnungsfähigkeit unterschiedlicher Heilmittel. Bei einer sogenannten Erstverordnung muss der Arzt die im Heilmittelkatalog festgelegten Teilmengen beachten.

Nachdem die Maßnahmen erbracht wurden, muss sich der Mediziner vom gesundheitlichen Zustand des Patienten überzeugen. Sollte der Zustand des Patienten nicht zufriedenstellend sein, kann der Arzt eine sogenannte Folgeverordnung vornehmen. Allerdings ist im Heilmittelkatalog eine bestimmte Obergrenze für die Folgeverordnungen vorgesehen. Ist die Obergrenze erreicht, das Therapieziel jedoch noch in weiter Ferne, besteht die Möglichkeit, Verordnungen außerhalb des Regelfalls zu erhalten, die der zuständigen Krankenkasse zur Genehmigung vorgelegt werden müssen.

Erleidet ein Patient einen Rückfall oder tritt die Erkrankung erneut nach einer behandlungsfreien Phase von mindestens 12 Wochen auf, betrachtet die Krankenkasse ein ausgestelltes Rezept als neuen Fall. Sollte ein Rückfall oder ein Neubeginn der Krankheit vor Ablauf von 12 Wochen eintreten, greifen Verordnungen außerhalb des Regelfalls.

Zuzahlung bei Heilmitteln

Bei Heilmitteln beträgt die Zuzahlung 10% der Kosten sowie 10 Euro je Verordnung (Rezeptblatt). Wie die Leistung erbracht und vergütet wird, ist Sache zwischen Kasse und Therapeut. Das GKV-Heilmittel-Informations-System (GKV-HIS) gibt Auskunft über die Ausgaben im Heilmittelbereich.

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