Was ist die gesetzliche Krankenversicherung?

Die Gesetzliche Krankenversicherung versteht sich als zentrale Säule des deutschen Gesundheitssystems und sie ist Bestandteil des Sozialversicherungssystems. Diese Versicherung deckt das Risiko hoher Krankheitskosten, die einen Versicherten in den finanziellen Ruin treiben könnten.

Die gesetzlichen Krankenkassen teilen sich auf in Allgemeine Ortskrankenkassen, Betriebskrankenkassen, Innungskrankenkassen, Landwirtschaftliche Krankenkassen, Knappschaften und Ersatzkassen. Sie leisten gemäß der Vorgaben aus dem Sozialgesetzbuch V ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich und dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.

Den allgemeinen Beitragssatz in Höhe von 15,5 Prozent teilen sich die Arbeitnehmer mit einem Anteil von 8,2 Prozent und die Arbeitgeber mit einem Anteil von 7,3 Prozent. Die Hauptaufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung besteht nach dem Sozialgesetzbuch darin, die “Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern”.

Versicherungspflicht

Der Krankenversicherungsschutz erfolgt im Rahmen einer Pflichtmitgliedschaft, durch eine Familienversicherung oder als freiwillige Versicherung. Seit dem 1. April 2007 besteht in der Bundesrepublik Deutschland eine Versicherungspflicht, um zu gewährleisten, dass im Falle einer Krankheit die anfallenden Kosten von der Versicherung übernommen werden.

Erwerbstätige, auch Auszubildende, deren Einkommen monatlich mehr als 450 Euro beträgt, die die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 4.350 Euro aber nicht überschreiten, gelten als versicherungspflichtig. In den Kreis der Versicherungspflichtigen zählen zudem Rentner, Studenten (bis zum 25. Lebensjahr können sie familienversichert sein) und Ableistende des Bundesfreiwilligendienstes. Selbständige, Rentner und Arbeitnehmer, deren Einkommen oberhalb der Pflichtgrenze liegt, können sich zudem freiwillig gesetzlich versichern.

Freie Kassen- und Arztwahl, Krankenhauswahl, Abrechnung

Seit Januar 1996 besteht für gesetzlich Krankenversicherte die Möglichkeit, die Krankenkasse frei auszuwählen. Allerdings entspricht der Leistungsumfang zu 96 Prozent den gesetzlichen Vorgaben. Ein Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung hat zudem das Recht auf eine freie Arztwahl. Wer stationär behandelt werden muss, muss sich eine geeignete Klinik suchen, die nächstgelegen ist.

Wer sich für ein anderes Krankenhaus entscheidet, muss eventuelle Mehrkosten privat tragen. Im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung, rechnen die gesetzlichen Krankenkassen nicht direkt mit dem Patienten ab.

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