Wie hoch ist das Krankengeld bei gesetzlichen Krankenkassen?

Um das laufende Einkommen bei fortwährender Krankheit zu sichern, gewähren die Krankenkassen das Krankengeld. Anspruch auf Krankengeld haben gesetzlich freiwillig Versicherte, sofern sie einen entsprechenden Wahltarif abschlossen, und Pflichtversicherte. Generell steht einem Versicherten nach Ablauf der Entgeltfortzahlung die Leistung des Krankengeldes zu.

Dem Gesetz zur Folge, haben Versicherte einen Anspruch auf Krankengeld, wenn sie aufgrund einer Krankheit als arbeitsunfähig gelten oder stationär in einem Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung auf Kosten des gesetzlichen Versicherers behandelt werden müssen. Der Anspruch ergibt sich für Selbstständige, sofern sie einen Wahltarif für Krankengeld abschlossen. Die privaten Krankenversicherungen bieten das Krankentagegeld als eigenständigen Tarif an.

Entgeltersatzleistung

Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall ihren Lohn weiterhin von ihrem Arbeitgeber, sofern die Krankheit nicht länger als sechs Wochen dauert. Überstunden und besondere Zahlungen sind von dieser Regelung ausgenommen. Endet die Entgeltfortzahlung des Arbeitgebers, steht dem Arbeitnehmer die Zahlung von Krankengeld durch die Krankenkasse zu. Das betrifft gesetzlich freiwillig Versicherte (Wahltarif) ebenso wie Pflichtversicherte.

Das Krankengeld versteht sich als Entgeltersatzleistung für den Verdienstausfall. Generell beträgt die Ersatzleistung bei Arbeitnehmern 70% des regelmäßig erzielten beitragspflichtigen Bruttoarbeitsentgelts, höchstens jedoch 90% des letzten Nettoarbeitsentgelts. Vom Krankengeld müssen die Anteile für die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung getragen werden.

Das Krankengeld wird maximal für 78 Wochen gewährt. Nach Ablauf einer Frist von drei Jahren besteht für dieselbe Krankheit erneut voller Anspruch auf die Zahlung des Krankengeldes. Sollte der Fall eintreten, dass innerhalb dieser Drei-Jahres-Frist eine andere Krankheit auftritt, so besteht für diese eine eigene Frist. Zwei Krankheiten, die zum gleichen Zeitpunkt auftreten und die Arbeitsunfähigkeit bedingen, werden als eine betrachtet und weisen die gleiche dreijährige Frist auf.

Kinderpflege-Krankengeld

Erkrankt ein Kind und muss ein berufstätiger Elternteil die Betreuung übernehmen, zahlt die zuständige Kasse ein sogenanntes Kinderpflege-Krankengeld. Voraussetzung für die Zahlung ist, dass das Kind im Haushalt des Versicherten wohnt. Es darf das 12. Lebensjahr noch nicht erreicht haben, bei Behinderungen gilt keine Altersgrenze.

Zudem muss der Elternteil, der das Kinderpflege-Krankengeld in Anspruch nimmt, einen Anspruch auf Krankengeld haben. Das Kind muss familienversichert sein und ein Arzt muss attestieren, dass eine Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des Kindes und damit ein Fernbleiben von der Arbeit erforderlich ist. Zudem muss nachgewiesen werden, dass eine andere im Haushalt lebende Person das Kind nicht pflegen kann und der Arbeitgeber nicht der Pflicht der Weiterzahlung des Gehaltes unterliegt und somit ein Verdienstausfall vorliegt.

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