Wer gilt in der gesetzlichen Krankenversicherung als chronisch krank?

Der Gemeinsame Bundesausschuss erarbeitete eine sogenannte Chroniker-Richtlinie, die festsetzt, wer als chronisch krank gilt. Für chronisch Kranke gilt eine Belastungsgrenze bezüglich der Zuzahlungen für Medikamente, Heilmittel, Hilfsmittel, Krankentransporte etc.

Chronisch kranke Menschen befinden sich aufgrund einer bestimmten Erkrankung in medizinischer Dauerbehandlung. Für chronisch Kranke gilt eine Belastungsgrenze bezüglich der Zuzahlungen für Medikamente, Heilmittel, Hilfsmittel, Krankentransporte etc.. Diese Patienten brauchen lediglich maximal ein Prozent ihres Bruttoeinkommens für die Zuzahlungen aufzuwenden.

Definition von "Chronisch krank"

Als chronisch krank kann ein Mensch bezeichnet werden, wenn

1. eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe 2 oder 3 nach dem zweiten Kapitel des SGB XI vorliegt

2. eine Behinderungsgrad von mindestens 60 oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 60 Prozent vorliegt

3. eine „kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln) erforderlich ist, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität“ zu erwarten ist

Um als chronisch krank zu gelten, muss die Krankheit ein volles Jahr lang bestehen und in dieser Zeit von einem Arzt mindestens einmal pro Quartal behandelt worden sein.

Belastungsgrenze liegt bei einem Prozent

Sobald ein familienversicherter Familienangehöriger (Ehegatte, volljähriges Kind) schwerwiegend chronisch krank ist, gilt für alle Familienmitglieder die maximale Belastungsgrenze von 1 Prozent des Bruttoeinkommens. Die zuständige Krankenkasse kann einem chronisch kranken Mitglied eine Bescheinigung ausstellen, die ihn von weiteren Zuzahlungen befreit, sofern die Belastungsgrenze von einem Prozent des Bruttoeinkommens, innerhalb eines Jahres, erreicht wurde.

Bedingung für die Ausstellung einer Zuzahlungsbefreiung ist die Einreichung von Belegen, die die chronische Krankheit dokumentieren. Die Absenkung der Grenze gilt ab dem 1. Januar des Kalenderjahres, in dem die Behandlung der chronischen Erkrankung ein Jahr andauert. Nicht anrechenbar sind Kosten für beispielsweise nicht verschreibungspflichtige Medikamente, Sehhilfen, ausgeschlossene Hilfsmittel, oder nicht anerkannte Behandlungsmethoden.

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