Wie hoch sind die Zuzahlungen bei rezeptpflichtigen Medikamenten?

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen sind verpflichtet, Zuzahlungen zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu leisten. Die Höhe der Zuzahlung beläuft sich auf 10 Prozent des Verkaufspreises, mindestens jedoch auf 5 Euro und höchstens auf 10 Euro.

Bis zum Jahr 2003 galt die Regelung, dass die Rezeptgebühr in Abhängigkeit der Packungsgröße des Medikamentes geleistet werden musste. Im Zuge des GKV-Modernisierungsgetzes, welches am 1. Januar 2004 Gültigkeit erlangte, legte man die Zuzahlungsmodalitäten anders fest.

Zuzahlung zu rezeptpflichtigen Arzneien

Jeder gesetzlich Versicherte muss bei verschreibungspflichtigen Medikamenten eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Verkaufspreises leisten. Mindestens werden fünf Euro und höchstens 10 Euro fällig. Nun kann es vorkommen, dass der Arzneimittelpreis unter fünf Euro liegt. In diesen Fällen muss der Patient das Medikament selbst zahlen. Allerdings kann das auf verschreibungspflichtige Medikamente nicht zutreffen, da sich der Abgabepreis laut neuer Arzneimittelverordnung aus dem Apothekeneinkaufspreis (netto) + 3 Prozent + 8,10 Euro + Umsatzsteuer zusammensetzt.

Kostet ein Medikament 10 Euro, ist eine Zuzahlung in Höhe von 5 Euro fällig. Kostet eine Arznei 75 Euro, zahlt der Patient 7,50 Euro aus eigener Tasche. Kostet ein Medikament 12,50 Euro, so wären 10 Prozent 1,25 Euro fällig, doch die Zuzahlung beträgt 5 Euro. Wer ein Medikament für 400 Euro benötigt, wird mit 10 Euro belastet.

Es kann auch der Fall eintreten, dass ein Mediziner ein Medikament verschreibt, welches preislich über dem Festbetrag (Höchstgrenze, bis zu welcher die Gesetzlichen Krankenversicherer bestimmte Medikamente und Hilfsmittel übernehmen) liegt. So ist der Patient gezwungen, die Zuzahlung und den Differenzbetrag zum Festbetrag zu leisten. Diese Gebühr, die in den Apotheken anfällt, wird direkt an die entsprechenden Krankenkassen weitergeleitet.

Ausnahmen und Zuzahlungsbefreiung

Gesetzlich Versicherte müssen Zuzahlungen nur bis zu einer Höhe von bis zu 2 Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens leisten. Wer über dieser Grenze liegt, kann sich für den Rest des Jahres von den Zuzahlungen befreien. Die Quittungen über die geleisteten Zuzahlungen sollten gesammelt werden, um sie im Zweifelsfall bei der Kasse einreichen zu können.

Bei chronisch kranken Personen verringert sich diese Belastungsgrenze für Zuzahlungen auf ein Prozent des Bruttojahreseinkommens. Auch besondere Härtefälle können sich von der Zuzahlungspflicht befreien lassen.

Liegt ein Arbeits- oder Schulunfall vor und tritt die gesetzliche Unfallversicherung auf den Plan, so muss der Verunfallte keine Rezeptgebühren für Medikamente oder Heilmittel entrichten. Liegt ein Arzneimittelpreis mindestens um 30 Prozent niedriger als der jeweils gültige Festbetrag und sind Einsparungen zu erwarten, kann es sein, dass das entsprechende Medikament zuzahlungsfrei ist. Generell sind Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres von den Zuzahlungen befreit, Ausnahmen gelten bei den Fahrtkosten und beim Zahnersatz.

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