Erwerbsminderungsrente

Wer bekommt die gesetzliche EM-Rente?

Ein Unfall, eine schwere Krankheit oder psychische Leiden: Muss die berufliche Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt werden, zahlt die gesetzliche Rentenversicherung eine Erwerbsminderungsrente. Doch Vorsicht: Wer sich allein auf die gesetzlichen Leistungen verlässt, dem droht finanziell der Ruin. Was Angestellte, Freiberufler und Selbstständige an Rente erwarten können und welche Voraussetungen erfüllt sein müssen.

Nicht jeder Arbeitnehmer schafft es, bis zum regulären Renteneintritt seiner Arbeit nachzugehen. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet für Betroffene die Möglichkeit der Frühverrentung. Die volle Rente erhalten Versicherte, die weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können. Eine Teilrente erhalten diejenigen, deren Arbeitsfähigkeit zwischen drei bis sechs Stunden täglich beträgt.

In den Worten der Deutschen Rentenversicherung wird dann vom sogenannten Restleistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gesprochen. Und Betroffene erhalten eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung. Doch nicht jeder Beschäftigte kommt in den Genuss der Leistungen. Wir zeigen Ihnen die Voraussetzungen sowie die Berechnung der Rentenhöhe.

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Höhe der Erwerbsminderungsrente: So viel gibt es

Verbesserungen bei der Höhe der Erwerbsminderungsrente gibt es durch das von der Bundesregierung beschlossene Rentenpaket. Zum 1. Juli 2014 steigt die sogenannte Zurechnungszeit von 60 auf 62 Jahre. Dies bedeutet: Künftig erhalten erwerbsgeminderte Versicherte eine höhere EM-Rente, als wenn sie bis zum 62. Lebensjahr (und nicht mehr nur bis zum 60.) gearbeitet hätten.

Neu ist auch die Ermittlung des Durchschnittsverdients als Grundlage für die Höhe der Erwerbsminderungsrente. Seit Juli 2014 wird geprüft, ob es in den letzten vier Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung bereits zu Gehaltseinbußen aufgrund der gesundheitlichen Beeinträchtigung gekommen ist. Ist dies der Fall, wird das geringere Einkommen bei der Rentenberechnung herausgerechnet.

In den Genuss der gesetzlichen Neuregelungen kommen jedoch nur Versicherte, die ab dem 1. Juli 2014 in Erwerbsminderungsrente gehen. Bereits bestehende Rentner werden nicht berücksichtigt. Grund für die Anpassung der Berechnungsmethode sind die sinkenden Rentenleistungen für erwerbsgeminderte Personen der Rentenreform von 2001.

Durchschnittliche EM-Rente bei voller Erwerbsminderung:

  • 1996: 690 Euro
  • 2000: 706 Euro
  • 2005: 627 Euro
  • 2010: 600 Euro
  • 2013: 613 Euro
  • 2014: 719 Euro

Welche Krankheiten führen zu Erwerbsminderung?

Skelett / Muskeln / Bindegewebe Herz- / Kreislauf Soffwechsel / Verdauung Neubildungen Psychische Störungen
1996 27,6 17,6 4,9 10,8 20,1
2000 25,4 13,3 4,9 13,5 24,2
2005 18,1 11,0 4,3 14,5 32,3
2010 14,7 10,0 3,9 13,3 39,3
2013 9,5 17,6 3,6 12,3 42,7
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Stand: Mai 2014

Wer hat Anspruch auf Erwerbsminderungsrente?

Die Erwerbsminderungsrente erhalten gesetzlich Versicherte, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, im vollen Umfang am Arbeitsleben teilzunehmen. Sobald ein Rentenversicherter nicht mehr in der Lage ist, täglich mindestens 3 Stunden zu arbeiten, steht ihm die volle verminderte Erwerbsrente zu. Ist dem Versicherten jedoch möglich, täglich zwischen 3 und 6 Stunden zu arbeiten, erhält er nur den Status der teilweisen Erwerbsminderung. Allerdings steht dem Gesetzgeber ein Verweisungsrecht zu. Der Rententräger zahlt also nur, wenn der Versicherte auch nicht in einem vergleichbaren Beruf arbeiten kann.

Anträge und Ablehnungen bei der Deutschen Rentenversicherung

Neuanträge Bewilligungen Ablehnungen
1996 510.284 283.382 208.561
2000 452.339 217.132 175.963
2005 360.123 173.630 160.294
2010 367.650 189.960 155.644
2013 356.482 189.795 151.288
Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Stand: Mai 2014
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Wer eine vorzeitige Rente erhalten möchte, muss dafür einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung stellen. Zunächst gilt jedoch der Grundsatz „Reha vor Rente“. Das bedeutet, dass der Rententräger zunächst prüft, ob durch eine Reha-Maßnahme (medizinisch oder beruflich) die berufliche Tätigkeit wieder aufgenommen werden kann.

Zu beachten, dass mehr als 40 Prozent aller Rentenanträge abgelehnt werden - weil sie unbegründet sind oder weil der Betroffene nach Ansicht des Rententrägers noch einer Beschäftigung nachgehen kann.

Wo stellt man den Antrag auf Erwerbsminderungsrente?

Keine gesetzliche Rente ohne Antragstellung. Beim zuständigen Rentenversicherungsträger (z.B. Deutsche Rentenversicherung Bund) muss ein Antrag auf einem speziellen Antragsformular gestellt werden. Ein formloser Rentenantrag ist zwar möglich, bedeutet jedoch, dass sich die Prüfung des Leistungsanspruchs unnötig in die Länge ziehen kann.

Grundsätzlich verfügt der Rententräger bereits über die wesentlichen Versicherungsunterlagen. Trotzdem kann es vorkommen, dass einzelne Nachweise (z.B. über Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Ausbildung) fehlen und im Versicherungsverlauf noch nicht berücksichtigt sind. Diese Unterlagen sollten bei der Antragstellung eingereicht werden.

Die gesetzliche Rentenversicherung prüft, ob die medizinischen Voraussetzungen für die Erwerbsminderungsrente vorliegen. Dies erfolgt an Hand der vorgelegten ärztlichen Berichte. Der Rententräger ist jedoch berechtigt, weitere ärztliche Gutachten anzufordern bzw. durch den sogenannten Vertrauensarzt erstellen zu lassen. Auf diese Weise soll das Restleistungsvermögen auf dem Arbeitsmarkt festgestellt werden.

Was passiert bei Ablehnung eines Antrags?

Ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente kann abgelehnt werden, wenn die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllt sind oder keine medizinischen Gründe vorliegen. Nach Erhalt des Bescheids hat der Antragsteller jedoch ein Widerspruchsrecht. Innerhalb eines Monats muss der Betroffene den Widerspruch bei der Behörde einreichen und begründen, warum ihm die Rente trotzdem zusteht. Kommt es erneut zu einer Ablehnung, kann der Versicherte noch Klage vor dem Sozialgericht einreichen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Grundsätzlich müssen Betroffene insgesamt mindestens fünf Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben (Wartezeit). Zudem besteht ein Anspruch nur, wenn innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens drei Jahre lang Beiträge gezahlt wurden. In einigen Ausnahmefällen muss diese Wartezeit nicht eingehalten werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die Erwerbsminderung aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit eintritt.

Wer als Selbständiger oder aufgrund einer beruflichen Auszeit keine Beiträge zahlt, kann seinen Anspruch auf gesetzliche Leistungen verlieren.

Wie lange wird die Erwerbsminderungsrente gezahlt?

In der Regel wird die Rente als Zeitrente ausgezahlt, sie ist somit befristet. Eine unbefristete Rente wird nur in wenigen Ausnahmefällen bewilligt, z.B. wenn keine Aussicht auf eine gesundheitliche Verbesserung besteht. Die erste Rentenzahlung erfolgt ab dem siebten Monat der Erwerbsminderung. Bei zeitlich unbefristeten Renten startet die Rentenzahlung bereits ab Zeitpunkt des Eintritts der Erwerbsunfähigkeit.

Wie hoch darf der Hinzuverdienst sein?

Eine geringfügige Beschäftigung mit einem Gehalt bis zu 450 Euro ist möglich, ohne dass es Abzüge bei der Rente gibt. Bis zu zweimal im Jahr kann das Monatseinkommen sogar bei 900 Euro liegen - für Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld. Ein Hinzuverdienst mindert jedoch unter Umständen die Erwerbsminderungsrente. Die Höhe der Abzüge hängt von der Art der Rente und der Höhe des Verdienstes ab.

Kürzungsbeträge bei Hinzuverdienst:

  • Teilweise Erwerbsminderungsrente: 50 bzw. 100 Prozent
  • Vollel Erwerbsminderungsrente: 25 / 50 / 75 / 100 Prozent

Wer also trotz Erwerbsminderung weiter arbeiten möchte, sollte vorab klären, wie viel man dazuverdienen darf, ohne dass die Rente gekürzt wird. Weitere Informationen erhalten Betroffene im Rentenbescheid.

Besteuerung: Wie hoch sind die Steuern?

Rentenleistungen müssen versteuert werden. Dadurch reduziert sich die ohnehin karge gesetzliche Versorgung. Sofern der Grundfreibetrag aus dem Einkommensteuerrecht überschritten wird, fallen Steuern auf die Erwerbsminderungsrente an. Die Steuerhöhe wird individuell ermittelt und hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Wer z.B. im Jahr 2015 erstmalig eine EM-Rente bezieht, muss 70 Prozent der Rente versteuern. Nur 30 Prozent bleiben steuerfrei. Der steuerpflichtige Anteil gilt für die gesamte Dauer des Rentenbezugs. Ab dem Jahr 2040 muss die Rente komplett versteuert werden.

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Private Absicherung ein Muss

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird nur im Falle der Arbeitsunfähigkeit bezahlt. In den meisten Fällen tritt bei den Versicherungsnehmern jedoch keine Erwerbsunfähigkeit, sondern eine Berufsunfähigkeit ein. Alle Versicherten, die nach dem 01.01.1961 geboren sind, erhalten ihn einem solchen Fall keine Leistungen aus der gesetzlichen Versicherung.

Theoretisch ist zwar im Fall einer Berufsunfähigkeit eine Teilhabe am Arbeitsmarkt möglich, oft gestaltet sich jedoch das Finden eines neuen Arbeitsplatzes schwierig. Zudem ist die Aufnahme einer Beschäftigung in einer anderen Branche zumeist mit Lohnausfällen verbunden. Ein gelernter Maurer, der beispielsweise aufgrund von Rückenproblemen sein Beruf nicht mehr nachgehen kann, wird in der Regel als Pförtner wesentlich weniger Geld verdienen. Aus diesem Grund ist eine private Absicherung der Berufsunfähigkeit dringend zu empfehlen.

Private Versicherungsgesellschaften leisten auch im Fall einer Berufsunfähigkeit und sehen zumeist keine abstrakte Verweisung auf einen anderen Beruf vor. Grundsätzlich sind zwar privat Versicherte auch dazu angehalten, sich beruflich umzuorientieren, eine Verweisung auf einen anderen Beruf ist jedoch nur bei einer Zumutbarkeit möglich. Laut der allgemeinen Definition bedeutet dies, dass der Versicherte eine Arbeitsstelle in einem anderen Arbeitsgebiet nur annehmen muss, wenn das Verdienstniveau sich ähnlich gestaltet. Zumeist ist dieser Fall gegeben, wenn der Versicherte mindestens 80 Prozent seines letzten Nettogehalts verdient.

Weitere Informationen:

Beispiele zur Rentenhöhe

Wer aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kann, sollte sich nicht auf die gesetzliche Versorgung verlassen. Seit der Rentenreform 2001 ist die Erwerbsminderungsrente in ihrer Höhe unzureichend. Dies gilt vor allem für alle nach 1961 Geborenen.

Wie hoch ist die gesetzliche EM-Rente?

Seit 2001 erhalten Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung keine Berufsunfähigkeitsrente mehr. Stattdessen wird in Abhängigkeit vom Restleistungsvermögen auf dem Arbeitsmarkt eine Erwerbsminderungsrente ausgezahlt. Bei Berufsunfähigkeit kommt hingegen für Versicherte ab Jahrgang 1961 keine Rente mehr zur Auszahlung. Nur Versicherte, die vor 1961 geboren sind, erhalten im Fall der Berufsunfähigkeit noch die halbe EM-Rente. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente richtet sich danach, wie viele Stunden Sie pro Tag noch arbeiten könnten.

  • Arbeitsfähigkeit bis drei Stunden: volle EM-Rente,
  • Arbeitsfähigkeit von 3 bis 6 Stunden: halbe EM-Rente,
  • Arbeitsfähigkeit von mehr als 6 Stunden: keine EM-Rente.

Zahlungen wegen verminderter Arbeitsfähigkeit erfolgen bis zum Renteneintrittsalter. Die Höhe der auszuzahlenden Rente hängt nun davon ab, wie es um die Arbeitsfähigkeit bestellt ist, sowie von Versicherungsjahren und dem Einkommen. Wer mehr verdient und bereits länger in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, bekommt eine höhere Erwerbsminderungsrente.

Wer z.B. 25 Versicherungsjahre und ein Verdienst auf Höhe des Durchschnittseinkommens vorweisen kann, erhält eine EM-Rente von ca. 650 Euro im Monat. Bei 30 Versicherungsjahren erhöht sich dieser Wert auf rund 780 Euro. Diese Renten unterliegen jedoch noch der Versteuerung. In jedem Fall entsteht im Vergleich zum bisherigen Nettoeinkommen eine Versorgungslücke. Dies muss über eine private Berufsunfähigkeitsversicherung geschlossen werden.

Abschläge reduzieren Rentenhöhe

Die Berechnung der Erwerbsminderungsrente erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie die Rentenberechnung für die Altersrente. Allerdings gibt es aufgrund der vorzeitigen Inanspruchnahme der EM-Rente sogenannte Rentenabschläge, welche die Rentenauszahlung verringern. Die Versorgungslücke vergrößert sich also.

Der Rentenabschlag wird bei EM-Renten angewandt, die vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch genommen werden. Für jeden Monat des vorzeitigen Rentenbeginns vor dem 63. Lebensjahr werden 0,3 Prozent abgezogen. Maximal beträgt der Abschlag 10,8 Prozent. Allerdings wird die Altersgrenze ab 2012 schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Nur für Versicherte mit 35 Pflichtbeitragsjahren gilt weiterhin das 63. Lebensjahr als Referenzwert.

Hinzuverdienstgrenzen

Wer arbeitsunfähig ist, erhält vom Rententräger eine finanzielle Unterstützung. Wer trotz EM-Rente weiter arbeitet, muss den Hinzuverdienst auf die Erwerbsminderungsrente anrechnen lassen.

EM-Rente: Wie hoch darf der Hinzuverdienst sein?

Die Erwerbsminderungsrente darf zusammen mit dem Hinzuverdienst nicht das bisherige Nettoeinkommen übersteigen. Wer eine Rente wegen Erwerbsminderung bezieht, muss die Grenzen für das Zusatzeinkommen beachten. Je nach zusätzlichem Verdienst wird die Zahlung voll, in anteiliger Höhe oder gar nicht mehr vorgenommen.

Jeder Nebenverdienst muss in jedem Fall dem Rententräger gemeldet werden. Wer eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhält, darf im Rahmen der zulässigen Grenzen hinzuverdienen. Wenn der Zusatzverdienst die Hinzuverdienstgrenze jedoch überschreitet, wird die gesetzliche EM-Rente entsprechend gekürzt oder ganz gestrichen. Auch bei voller Erwerbsminderungsrente darf der Versicherte zusätzlich Einkommen erzielen. Allerdings erfolgt auch hier die Anrechnung auf die Leistungen des Sozialversicherungsträgers. Grundsätzlich gilt: Auch wenn die Hinzuverdienstgrenze überschritten und daher keine EM-Rente mehr ausgezahlt wird, bleibt der Anspruch auf Zahlung der EM-Rente dem Grund nach erhalten.

Für jeden Rentenempfänger wird die Hinzuverdienstgrenze individuell ermittelt. Dabei wird das in den letzten drei Jahren erzielte Einkommen zugrundgelegt. Daher empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Rentenversicherungsträger. Bei Renten wegen voller Erwerbsminderung erfolgt folgende Staffelung:

  • Kein Rentenabzug,
  • Rentenabzug von 25 Prozent,
  • Rentenabzug von 50 Prozent oder
  • Rentenabzug von 75 Prozent.

Bei der Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung erfolgt entweder kein Rentenabzug oder ein Abzug in Höhe von 50 Prozent.

Welcher Nebenverdienst ist schädlich für die Erwerbsminderungsrente?

Bestimmte Einkommensarten werden auf die Erwerbsminderungsrente angerechnet und führen im Extremfall dazu, dass keine Rente mehr ausgezahlt wird. Dazu zählen Einkommen aus folgenden Tätigkeiten:

  • Einkommen aus abhängiger Beschäftigung (lohnsteuerpflichtige Einnahmen),
  • Einkommen aus selbständiger Tätigkeit sowie
  • Vergleichbare Einkommen, z.B. Bezüge aus einem öffentlich-rechtlichen Amtsverhältnis.

Bei der teilweisen EM-Rente werden zudem noch bestimmte Sozialleistungen  angerechnet. Dazu zählen z.B. Arbeitslosengeld oder Krankengeld). Bei der vollen EM-Rente werden lediglich das Verletztengeld und der Übergangsgeld der gesetzlichen Unfallversicherung angerechnet.

Folgende Einkünfte führen nicht zu einer Reduzierung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente:

Wartezeiten

Die Erwerbsminderungsrente wird erst nach einer Wartezeit ausgezahlt. Voraussetzung für die Zahlung des gesetzlichen Rententrägers ist also, dass eine bestimmte Mindestzahl von Monaten Beiträge entrichtet worden sind.

Voraussetzungen für die EM-Rente

Je nach Rentenart existieren unterschiedliche Wartezeiten. Nur wer diese Zeiten vor dem Eintritt der Erwerbsminderung erfüllt, erhält auch eine Rente. Die allgemeine Wartezeit für die Erwerbsminderungsrente beläuft sich auf fünf Jahre. Es müssen also 60 Kalendermonate Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt worden sein. Auf die allgemeine Wartezeit werden auch Kindererziehungszeiten und Wehr- oder Zivildienst und Ersatzzeiten angerechnet.

Dazu tritt die versicherungsrechtliche Voraussetzung, dass in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt worden sein. Zu den Pflichtbeitragszeiten zählen Zeiten mit einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit oder Berufsausbildung sowie die Zeit des Wehr- oder Zivildienstes sowie die Zeiten der Kindererziehung in den ersten drei Jahren.

Wer die Wartezeit von fünf Jahren nicht erfüllt hat, kann dennoch Leistung wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erhalten. Wenn die Erwerbsminderung durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit hervorgerufen wurde, besteht ebenfalls eine Anspruch auf die volle oder halbe EM-Rente. Dies gilt auch bei Erwerbsminderung infolge einer Wehr- oder Zivildienstbeschädigung.

Lücken in der gesetzlichen Versorgung

Insbesondere Berufsanfänger oder Selbständige, die nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, weisen eine Versorgungslücke bei Erwerbsminderung auf. Wer z.B. in den letzten sechs Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung keine Ausbildung beendet hat, erwirbt auch keinen Rentenanspruch auf volle oder teilweise EM-Rente. Zur Ausbildung zählen der Abschluss einer Schul-, Fachschul-, Hochschul- oder Berufsausbildung. Doch selbst wenn diese Bedingung erfüllt wird, muss in den letzten zwei Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung noch mindestens ein Jahr mit Pflichtbeiträgen liegen. Ist das der Fall, besteht zumindest Anspruch auf die volle EM-Rente, nicht jedoch die teilweise EM-Rente.

Für Selbständige ist es in der Regel günstiger, nicht in die gesetzliche Rente einzuzahlen. Daher erlischt mit der Zeit auch der Schutz bei Erwerbsminderung. Insofern ist eine ergänzende private Altersvorsorge als auch BU-Versicherung unerlässlich.

Doch auch Angestellte der Geburtsjahrgänge ab 1961 erhalten nur einen unzureichenden Schutz. Um im Versorgungsfall Unterdeckungen zu vermeiden, muss auch dieser Personenkreis zusätzlich zur gesetzlichen Versicherung eine private BU-Versicherung abschließen.

Zahlungsdauer - So lange wird EM-Rente gezahlt

Die Erwerbsminderungsrente ist eine sogenannte Zeitrente. Als solche wird sie nur für einen bestimmten Zeitraum lang ausgezahlt. Zudem setzt die Zahlungsdauer der Rente erst nach sieben Monaten ein.

Ab wann wird die EM-Rente ausgezahlt?

Unabhängig davon, ob eine volle und teilweise Erwerbsminderungsrente ausgezahlt wird, beginnt die erste Rentenzahlung erst ab dem siebten Monat der Arbeitsunfähigkeit. Zuvor erhalten Versicherte die gesetzliche Lohnfortzahlung des Arbeitgebers sowie im Anschluss die Leistungen des Krankentagegeldes aus der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung.

Um eine Versorgungslücke zu vermeiden, müssen daher Besserverdiener in der gesetzlichen Krankenversicherung eine Zusatzversicherung für das Krankentagegeld abschließen. Für den Antrag auf Erwerbsminderungsrente ist also die Prognose des behandelnden Arztes zur Arbeitsunfähigkeit entscheidend. Bei voraussichtlich länger als sechs Monate andauernden Erkrankungen erfolgt die Einstellung des Krankentagegeldes.

Da die Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen einige Woche dauern kann, sollte man die Beantragung so früh wie möglich vornehmen, um eine lückenlose Versorgung zu erhalten. 

So lange gibt es EM-Rente

Die Erwerbsminderungsrente ist eine sogenannte Zeitrente. Dies bedeutet, dass die Rente nicht zeitlich unbefristet gewährt, sondern nach Ablauf von drei Jahren überprüft wird, also insbesondere, ob die medizinischen Voraussetzungen noch vorliegen. Sollte der Rententräger zu dem Ergebnis kommen, dass die Arbeitsfähigkeit bei mehr als sechs Stunden am Tag liegt, wird die Zahlung eingestellt.

Nach neun Jahren Bezugsdauer wird die EM-Rente jedoch zur Dauerrente. Zum 65. bzw. 67. Lebensjahr des Versicherten wird die Zahlung wegen verminderter Erwerbsfähigkeit in eine normale Altersrente umgewandelt.