Versicherungspflichtgrenze für die private Krankenversicherung

PKV-Einkommensgrenze: Aktuelle Werte 2016

Für die Aufnahme in der privaten Krankenversicherung (PKV) gelten bestimmte Voraussetzungen. Arbeitnehmer müssen dazu mit ihrem Brutto-Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze (oder: Jahrearbeitsentgeltgrenze - JAEG) liegen. Die Einkommensgrenze ist eine Pflichtgrenze, die über den Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse entscheidet. Lag der Wert 2015 bei 54.900 Euro, so muss 2016 ein Einkommen von 56.250 EUR nachgewiesen werden.

Beamte, Freiberufler und Selbständige unterliegen nicht der Versicherungspflicht. Daher gilt die Gehaltsgrenze für einen Übertritt in das Privatsystem für diesen Personenkreis nicht. Angestellte können allerdings nur in die PKV wechseln, wenn das Jahresgehalt die aktuelle Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze, JAEG) übersteigt. Die Einkommensgrenze wird jährlich von der Bundesregierung festgelegt. Sie darf nicht mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt werden.

Höhe der Versicherungspflichtgrenze ab 1.1.2016

Die Versicherungspflichtgrenze legt fest, bis zu welchem Einkommen für Arbeitnehmer die Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besteht. Liegt das regelmäßige Gehalt oberhalb der PKV-Einkommensgrenze ist der Wechsel in die private Krankenkasse möglich (§ 6 Abs. 1 Nr.1 SGB V). Für alle anderen Berufsgruppen ist die Entgeltgrenze nicht maßgeblich.

Die Entwicklung der JAEG können Sie der nachfolgenden Übersicht entnehmen:

  • 2003 - 45.900 EUR,
  • 2004 - 46.350 EUR,
  • 2005 - 46.800 EUR,
  • 2006 - 47.250 EUR,
  • 2007 - 47.700 EUR,
  • 2008 - 48.150 EUR,
  • 2009 - 48.600 EUR,
  • 2010 - 49.950 EUR,
  • 2011 - 49.500 EUR
  • 2012 - 50.850 EUR,
  • 2013 - 52.200 EUR,
  • 2014 - 53.550 EUR,
  • 2015 - 54.900 EUR,
  • 2016 - 56.250 EUR.

Voraussetzungen für PKV-Wechsel 2015

Der Gesetzgeber hat die Bedingungen für einen Wechsel in die private Krankenversicherung festgelegt. Neben den sozialversicherungsrechtlichen Voraussetzungen gelten die Annahmerichtlinien der PKV-Anbieter.

Wer kann sich privat versichern? Voraussetzungen im Überblick

Grundsätzlich kann jeder einer privaten Krankenversicherung beitreten, der nicht krankenversicherungspflichtig in einer gesetzlichen Kasse ist. Folgende Personengruppen erfüllen die Voraussetzungen für die PKV:

  • Arbeitnehmer: Für Angestellte und Arbeiter wird das Jahresgehalt herangezogen. Sofern das Einkommen die jeweils gültige Versicherungspflichtgrenze übersteigt, besteht eine Wechselmöglichkeit in die PKV. Berufsstarter können gleich zu Beginn in die Private, wenn das Gehalt voraussichtlich die Gehaltsgrenze überschreitet.
  • Beamte: Für Beamte und Beamtenanwärter gelten keine Einkommensgrenzen. Sie können sich jederzeit privat absichern. Aufgrund der Beihilfe sind die PKV-Tarife für diesen Personenkreis besonders günstig. Es müssen lediglich die sogenannten Restkosten abgesichert werden.
  • Freiberufler, Selbständige: Dieser Personenkreis ist von der Versicherungspflicht in der GKV ausgenommen. Unter Einhaltung der Kündigungsfristen ist der PKV-Beitritt jederzeit möglich. Die einzige Ausnahme besteht für Künstler und Publizisten, welche über die Künstlersozialkasse (KSK) Pflichtmitglied in der GKV werden. Auf Antrag lässt sich die Versicherungspflicht auflösen.
  • Studenten: Sie können sich gleich zu Beginn des Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen und eine private studentische Krankenversicherung abschließen.

Annahmebedingungen der Privatversicherer

Die privaten Krankenversicherer legen fest, welche Berufsgruppen versicherungsfähig sind. Risikobehaftete Berufe mit höheren Gesundheitsrisiken werden von manchen Anbietern von vornherein nicht versichert. Zusätzlich erfolgt vor Vertragsbeginn eine Gesundheitsprüfung. Das Unternehmen prüft den Gesundheitszustand der versicherten Person und legt bei Vorerkrankungen Risikozuschläge fest.

Individuelle Voraussetzungen

Je nach Lebenslage, beruflicher und finanzieller Situation bietet sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung an oder nicht. Junge Singles oder Doppelverdiener-Haushalte profitieren von der geringeren finanziellen Belastung in der PKV. Familien mit nur einem Verdiener oder vielen Kindern müssen die speziellen Regelungen zur Familienversicherung in der Privaten beachten.

Überblick zur Entwicklung der PKV-Einkommensgrenze

Jahr jährlich monatlich Anstieg
2003 45.900 EUR 3.825,00 EUR 13,3%
2004 46.350 EUR 3.862,50 EUR 1,0%
2005 46.800 EUR 3.900,00 EUR 1,0%
2006 47.250 EUR 3.937,50 EUR 1,0%
2007 47.700 EUR 3.975,00 EUR 1,0%
2008 48.150 EUR 4.012,50 EUR 1,0%
2009 48.600 EUR 4.050,00 EUR 0,9%
2010 49.950 EUR 4.162,50 EUR 2,8%
2011 49.500 EUR 4.125,00 EUR -0,9%
2012 50.850 EUR 4.237,50 EUR 2,7%
2013 52.200 EUR 4.350,00 EUR 2,7%
2014 53.550 EUR 4.462,50 EUR 2,6%
2015 54.900 EUR 4.575,00 EUR 2,5%
PKV Tarifrechner

Besondere Versicherungspflichtgrenze

Seit 2003 gibt es neben der allgemeinen noch die besondere Versicherungspflichtgrenze. Dies gilt für Beschäftigte, die am 31. Dezember 2002 Überschreitens der geltenden Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen vollversichert waren. Um zu verhindern, dass durch die starke Anhebung der Versicherungspflichtgrenze vom Jahr 2002 auf 2003 ein Großteil der Personen wieder versicherungspflichtig wird, wurde die besondere Versicherungspflichtgrenze eingeführt. Auch sie wird jährlich angehoben.

  • 2003 - 41.400 EUR,
  • 2004 - 41.850 EUR,
  • 2005 - 42.300 EUR,
  • 2006 - 42.750 EUR,
  • 2007 - 42.750 EUR,
  • 2008 - 43.200 EUR,
  • 2009 - 44.100 EUR,
  • 2010 - 45.000 EUR,
  • 2011 - 44.550 EUR,
  • 2012 - 45.900 EUR,
  • 2013 - 47.250 EUR,
  • 2014 - 48.600 EUR,
  • 2015 - 49.500 EUR.

Was zählt zur Jahresarbeitsentgeltgrenze?

Die Versicherungspflichtgrenze (=Jahresarbeitsentgeltgrenze) bestimmt, ob man in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig ist oder nicht.

Zur Bestimmung des Einkommens wird das regelmäßige Arbeitsentgelt herangezogen. Dazu zählen:

  • Arbeitsentgelt,
  • Vermögenswirksame Leistungen,
  • Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld,
  • Pauschale Überstundenvergütungen,
  • Zulagen,
  • Bereitschaftsdienstvergütungen für Klinikpersonal.

Nicht zur Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) zählen dagegen:

  • Pauschal bestimmte Direktversicherungsbeiträge,
  • Zuschläge aufgrund des Familienstandes (z.B. Kindergeld),
  • Fahrtkostenersatz,
  • Vergütungen für Überstunden.

Zuordnung Arbeitsentgelt zum regelmäßigen Jahresarbeitsentgelt

Entgeltarten anzurechnen nicht anzurechnen
*) tarif- oder einzelvertraglich abgesichert.
Bereitschaftsdienstvergütungen
Erschwerniszulage*
tatsächliche Fahrkostenerstattung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte
Familienzuschläge
Gewinnbeteiligung*
Jubiläumszuwendung
Schicht-, Schmutzzulage, etc. (bei ständiger Zahlung)
tatsächliche Überstundenzahlung
pauschale Überstundenzahlung
Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld*
Belegschaftsrabatt
Vermögenswirksame Leistungen
Verbesserungsvorschläge

Versicherungsfreiheit eines Arbeitnehmers

Immer wieder taucht die Frage auf, wer durch Überschreiten der Einkommensgrenze zu welchem Zeitpunkt in die PKV wechseln kann. Es wird daher unterschieden, ob im Laufe oder zu Beginn einer Beschäftigung die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschritten wird.

Beispiele:

Im Laufe einer Beschäftigung

  • Ein Arbeitnehmer verdient im Jahr 2013 vom 01.01. bis 31.12. monatlich 4.500 Euro (Jahresgehalt: 54.000 Euro). Damit liegt das Einkommen über der PKV-Einkommensgrenze 2013. Voraussetzungen für einen Wechsel in die private Krankenversicherung: Auch die Gehaltsgrenze 2014 muss überschritten werden. Der Übertritt in die Private kann zum 01.01.2014 erfolgen.
  • Ein Arbeitnehmer liegt mit seinem Gehalt vom 01.01. bis 30.11.2013 bei 3.100 Euro im Monat (Jahresverdienst: 34.100 Euro). Zum 01.12. erhält er beim gleichen Arbeitgeber eine Gehaltserhöhung auf 4.100 Euro monatlich und zuzüglich ein volles Monatsgehalt als Weihnachtsgeld. Das Jahresarbeitsentegelt beträgt somit 4.100 Euro x 13 = 53.300 Euro. Sofern auch der Wert für 2014 überschritten wird, tritt Versicherungsfreiheit ein.

Zu Beginn einer Beschäftigung

  • Ein Student beginnt nach Ablauf des Studiums mit einer Anstellung zum 01.07.2013 und einem Monatsgehalt von 3.980 Euro. Zudem erhält er ein volles Weihnachts- und ein halbes Urlaubsgehalt. Das für die Versicherungsfreiheit ermittelte Gehalt liegt bei 53.730 Euro (3.980 Euro x 13,5). Der Wechsel in die Private ist gleich zu Beginn der Beschäftigung möglich. 
  • Dieselbe Berechnung gilt auch beim Wechsel des Arbeitgebers.

Die Versicherungspflichtgrenze ab 2011

Ab 2011 wurden die Regelungen zum PKV-Wechsel erleichtert. Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) hatte den Wechsel in die private Krankenversicherung erschwert. Die Versicherungspflichtgrenze musste nicht nur vorausschauend, sondern auch im Rückblick überschritten werden.

Seit dem 2. Februar 2007 galten Arbeitnehmer nur dann versicherungsfrei, wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und in drei aufeinanderfolgenden Jahren überstiegen hat.

Wer als Berufsanfänger über der Versicherungspflichtgrenze verdiente, war also nicht sofort versicherungsfreies Mitglied in der Krankenversicherung. Diese 3-Jahres-Regelung wurde ab dem 1. Januar 2011 wieder rückgängig gemacht. Seitdem muss die Entgeltgrenze nur noch einmal überschritten werden. Somit haben auch Berufsanfänger wieder die Wahl zwischen der gesetzlichen und der private Krankenversicherung.

Für Arbeitnehmer, die am 2. Februar 2007 privat krankenversichert waren, gilt eine Besitzstandsregelung. Dafür hat der Gesetzgeber eine besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze eingeführt.

Weitere Informationen

Häufige Fragen zur Einkommensgrenze

Warum gibt es eine "besondere Versicherungspflichtgrenze"?

Die besondere Versicherungspflichtgrenze gilt für die Personen, die am 31. Dezember 2002 privat versichert waren und durch die Anhebung der allgemeinen Entgeltgrenze wieder versicherungspflichtig geworden wären. Hintergrund war die massive Anhebung der JAEG zum 1. Januar 2003, um der GKV mehr Beitragszahler zuzuführen. Zum Schutz der bereits Privatversicherten wurde diese Grenze eingeführt. Sie stimmt mit der Beitragsbemessungsgrenze überein und wird ebenfalls jährlich angepasst.

Was passiert bei Unterschreiten der PKV-Einkommensgrenze?

Wenn das Einkommen am Jahresende unterhalb der PKV-Grenze liegt (z.B. durch die Anhebung der JAEG), tritt grundsätzlich Versicherungspflicht in der GKV ein (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. § 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Befreiung möglich (§ 8 SGB V), z.B. für Arbeitnehmer, deren Einkommen die besondere Pflichtgrenze übersteigt.

Wer legt die Höhe der Entgeltgrenze für den PKV-Wechsel fest?

Die Versicherungspflichtgrenze wird jährlich vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales überprüft und der aktuellen Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst (§ 6 Abs. 6 SGB V). Für die Anpassung wird die Bruttolohnsumme je durchschnittlich beschäftigtem Arbeitnehmer des vorgegangenen Kalenderjahres ins Verhältnis zum vergangenen Kalenderjahr gesetzt. Im Regelfall wird die JAEG angehoben.

Wie wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze berechnet?

Eine gesetzliche Berechnungsformel für die Einkommensgrenze gibt es nicht. Vielmehr dienen die Rundschreiben und Empfehlungen der GKV-Spitzenverbände als Maßstab. Danach muss z.B. bei schwankenden Bezügen das regelmäßige Gehalt geschätzt werden. Ein Berechnungsmuster ist in der Tabelle weiter oben aufgeführt.