Krankenversicherung und Minijob

Richtig krankenversichern im 400-EUR-Job

Wer einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht, sollte sich auch über die Sozialversicherung Gedanken machen. Die Steuer- und Sozialabgabenfreiheit bietet beim Minijob Vorteile. Wie sieht es mit der Krankenversicherung im Minijob aus? Nachfolgend erhalten Sie die relevanten Informationen.

Krankenversicherung ist im Minijob Pflicht

Für jeden Bürger besteht in Deutschland eine Pflicht zur Krankenversicherung. Dies gilt dementsprechend auch für Beschäftigte in einem 400-EUR-Job. Auch wenn der Arbeitgeber pauschal Beiträge für die Krankenkasse abführt, ist der Minijobber nicht automatisch krankenversichert. Zunächst ist daher der Status des geringfügig Beschäftigten zu prüfen. Folgende Möglichkeiten der Krankenversicherung kommen im Minijob in Betracht:

  • Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung, weil eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausgeübt wird.
  • Beitragsfreie Familienversicherung, weil der Ehegatte Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse ist.
  • Freiwillige Krankenversicherung in der GKV oder PKV, wenn die beiden anderen Voraussetzungen nicht zutreffen.

Wenn der monatliche Verdienst über die 400-EUR-Grenze steigt, tritt die sogenannte Gleitzonen-Regelung in Kraft. In der Krankenversicherung besteht in diesem Fall automatisch Versicherungspflicht.

Gesetzliche Krankenversicherung im Minijob

Die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse für Verheiratete sieht eine Einkommensgrenze von 350 EUR im Monat vor. Allerdings hat der Gesetzgeber diesen Wert bei geringfügigen Beschäftigungen auf 400 EUR heraufgesetzt. Für die kostenlose Mitversicherung beim Ehegatten bei Ausübung eines Minijobs oder den Eltern gelten folgende Voraussetzungen:

  • Der Ehegatte muss in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sein.
  • Die Familienversicherung über die Eltern läuft bis zum 18. Lebensjahr. Sofern man sich weiterhin in Ausbildung befindet, wird die beitragsfreie Versicherung verlängert. 

Wer eine Beschäftigung mit einem Gehalt über 400 EUR und unterhalb der Versicherungspflichtgrenze ausübt, muss sich in der GKV pflichtversichern. der Beitrag errechnet sich als Prozentsatz vom Einkommen, maximal jedoch bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Es empfiehlt sich jedoch in jedem Fall mit der Krankenkasse Kontakt aufzunehmen, um über die Versicherungsmöglichkeiten zu sprechen.

Eigene Krankenversicherung trotz Minijob

Wenn die Voraussetzungen für die Familienversicherung nicht vorliegen und kein sozialversicherungspflichtiger Job ausgeübt wird, muss der Minijobber eine freiwillige Krankenversicherung abschließen. Es besteht dann die Wahl zwischen einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung. Der Beitrag für die GKV beträgt ca. 140 EUR im Monat. Sinnvoller ist es, in diesem Jahr 400,01 EUR und mehr zu verdienen, da der Beitrag deutlich geringer ist.

In der privaten Krankenversicherung (PKV) wird der Beitrag an Hand von Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand und den versicherten Leistungen berechnet. In der Regel wird die monatliche Belastung bei 150 bis 200 EUR liegen. Je nach Selbstbehalt und Leistungsumfang sind jedoch auch Tarife für 80 EUR oder 400 EUR im Monat möglich.  

Weitere Besonderheiten bei der Krankenversicherung. Durch den Minijob wird kein Anspruch auf Krankengeld, also Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, erworben. Bis zur sechsten Woche nach Arbeitsausfall zahlt der Arbeitgeber den Lohn weiter. Danach steht der Minijobber jedoch mit leeren Händen dar, weil die Krankenkassen bei geringfügigen Beschäftigungen nicht für den Lohnersatz aufkommen. Dies gilt auch, wenn der Minijob neben einem sozialversicherungspflichtigen Job ausgeübt wird. 

Frauen, die schwanger werden und in einem 400-EUR-Job beschäftigt sind, erhalten kein Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse. Auf Antrag wird lediglich das Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt in Höhe von 210 EUR ausgezahlt, das jedoch nur einmal anfällt. Normalerweise macht das Mutterschaftsgeld bei sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Betrag von maximal 1.287 EUR aus.
 
Auch in der Pflegeversicherung schafft der Minijob keinen Anspruch auf Leistungen. Nur wer in den letzten zehn Jahren mindestens fünf Jahre lange Beiträge an die Pflegekasse gezahlt hat, wird im Pflegefall versorgt. Der Anspruch gilt auch für Zeiten der beitragsfreien Familienversicherung.

Weitere Informationen

Vergleich zur privaten Krankenversicherung