Schrottimmobilie

Beteiligungen an maroden Immobilienfonds ohne Erträge

Nicht selten entpuppen sich Immobilienfonds als Gesellschaften, die in eine Schrottimmobilie anlegen und dem einzelnen Anleger suggerieren, langfristig Gewinne erzielen zu können. Investoren verlieren ihr Geld, weil Objekte dieser Art keine Renditen abwerfen und nur Verluste bleiben.

Eine Schrottimmobilie führt in finanzielles Desaster

Hinter dem Begriff Schrottimmobilie verbirgt sich weitaus Schlimmeres als nur ein Wohngebäude, das sich in einem schlechten Allgemeinzustand befindet. Schlimm genug, wenn einem Käufer falsche Tatsachen vorgespielt werden, doch hat dieser meist eine rechtliche Handhabe, dagegen vorzugehen. Weitaus schwieriger hat es derjenige, der etwas für seine Altersvorsorge tun will und in einen Immobilienfonds investiert.

Stellt sich zu einem späteren Zeitpunkt heraus, dass es sich um eine Schrottimmobilie handelt, in die investiert wurde, hat es der Kapitalanleger oft schwer, zu seinem Recht zu kommen. Gelockt wird von diesen dubiosen Anbietern immer damit, im Zusammenhang mit einer steuerlich subventionierten Anlage Geld zu verdienen. Gern wurden in der jüngsten Vergangenheit Anleger betrogen, die vom Bauboom im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung Profite erwirtschaften wollten. So genannte kreditfinanzierte Anteile an Immobilienfonds stellten Gewinne in Aussicht, die sich jedoch nicht realisieren ließen. Nach wie vor verkaufen auch renommierte Banken Immobilien weit über dem eigentlichen Wert in der Hoffnung, Kapitalanleger zu finden, die in diese maroden Immobilien investieren wollen. Doch die Gewinnhoffnungen erfüllen sich selten, auch wenn immer noch mit dieser besonderen Form von einem Steuersparmodell geworben wird. Dabei haben es die Betrüger nicht schwer, Anleger zu überzeugen und Grauzonen innerhalb der Rechtsprechung für sich und ihre profitablen Geschäfte zu nutzen.

Anlage in Schrottimmobile kann Altersvorsorge gefährden

Immobilienfonds, die sich darauf verlegt haben, Kapitalanleger zu gewinnen, die in eine Schrottimmobilie investieren, bieten Geschäfte dieser Art meist in einem Paket an und verzichten darauf, auf den baulichen Zustand Immobilien dieser Art einzugehen. Lediglich vermeintliche Steuervorteile werden in den Mittelpunkt gestellt und dazu wird mit hohen Mieteinnahmen geworben. Mietgarantien werden jedoch nicht gegeben und somit haben es Kapitalanleger, die für ihr Alter mit einer Investition in einen Immobilienfonds vorsorgen wollten schwer, an ihre Anlagen zu kommen. In der Regel müssen sie mit einem Totalverlust rechnen und verbunden damit sind Notverkäufe und große wirtschaftliche Schwierigkeiten, die bis zu Privatinsolvenzen der Anleger führen können, wenn sie letztendlich auf eine Schrottimmobilie hereingefallen sind.

Dabei handelt es sich bei den betrogenen Anlegern nicht einzig und allein um unerfahrene Menschen, die in einen Fonds investieren wollen. Vermittlungsgesellschaften und auch unseriöse Beratungsfirmen konnten auch Anleger in der Vergangenheit überzeugen, für die Kapitalanlagen kein Neuland sind. Wer als Käufer jedoch die angepriesene Immobilie nicht selber bewohnen will, weil das Kapital nicht reicht, muss vielfach Kredite aufnehmen, um das Anlageobjekt zu finanzieren, deren Erträge der späteren Altersvorsorge dienen sollen. Geht die Rechnung nicht auf, stehen viele betrogene Anleger vor dem finanziellen Ruin. Begünstigt werden Geschäfte dieser Art dadurch, dass sich Kalkulationen als unrealistisch erweisen.

Schrottimmobilie: Betrüger arbeiten mit allen Tricks

Immobilienfonds, die nach Investoren suchen, die letztendlich in eine Schrottimmobilie investieren, sind weitestgehend vor Forderungen Geschädigter sicher. Wer einen Schadensersatzanspruch stellen will, kommt oft als betrogener Anleger nicht zu seinem Recht. Aussichtsreicher ist jedoch ein solcher Anspruch gegenüber einer finanzierenden Sparkasse oder Bank. In vielen Fällen werden Immobilienfinanzierungen als so genanntes verbundenes Geschäft angesehen, an dem auch herkömmliche Banken beteiligt sind. Wurde die Aufklärungspflicht verletzt, kann der Geschädigte auch einen Anspruch an die jeweilige Bank geltend machen. Dieses Kriterium gilt auch, wenn der Vermittler kein direkter Mitarbeiter der Bank war.

Eine Zusammenarbeit mit externen Vermittlern ergibt die Rechtsgrundlage, dass ein geschädigter Kapitalanleger Schadensersatzansprüche geltend machen kann, wenn er durch eine Schrottimmobilie einen finanziellen Schaden erlitten hat. Gute Chancen, sein Geld wieder zu bekommen, hat auch der Kapitalanleger, der nachweisen kann, dass eine hohe Vermittlungsprovision im Vorfeld verschwiegen wurde. Dann kann dem Vermittler eine arglistige Täuschung unterstellt werden und eine Rückabwicklung der Geschäfte ist die rechtliche Folge. Ein Widerruf vom Geschäft besteht für Verbraucher auch dann, wenn ein Vertrag in einer sogenannten Haustürsituation vereinbart wurde. Selbst Banken können als Kreditinstitut dieser besonderen Situation zugeordnet werden. Dies gilt dann, wenn der Geldgeber in das jeweilige Vertriebssystem des Immobilienfonds eingebunden ist.