Rentenerhöhung

Kräftige Anpassung der Rentenbezüge zum 1. Juli 2017

Rekordplus bei der Rente, stärkste Rentenerhöhung seit 1993, 54 Euro mehr für den Standardrentner: Das Jahr 2016 brachte den rund 20,5 Millionen Ruheständlern ein sattes Rentenplus. Und auch im Jahr 2017 können sich die Ruheständler über ein deutliches Rentenplus freuen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) teilte mit, dass die Bezüge im Westen um 1,9 Prozent und im Osten um 3,6 Prozent angehoben würden.

Das Jahr 2016 brachte für die 20,5 Millionen Rentner nach Jahren der Stagnation ein echtes Rentenplus. Die Renten wurden um 4,25 Prozent im Westen und um 5,95 Prozent im Osten erhöht. Zuletzt hatte es nach der Wiedervereinigung im Jahr 1993 eine derart hohe Anpassung gegeben. Und auch in diesem Jahr wird die Rentenerhöhung üppig ausfallen.

Durch die gute Lohnentwicklung bei den abhängig Beschäftigten können die Altersrenten zum 1. Juli 2017 im Westen um 1,9 Prozent und im Osten um 3,6 Prozent heraufgesetzt werden. Damit nähern sich die Renten in Ost und West weiter an. Der aktuelle Rentenwert liegt damit bei 95,7 Prozent des Wertes im Westen. Bis zum Jahr 2019 soll der Rentenwert in Ost und West angeglichen werden.

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So viel Rente gab es zum 01.07.2016 mehr

Aktuelle Rente in EUR Rentenplus im Osten in EUR  Rentenplus im Westen in EUR 
800,00 47,60 34,00 
1.000,00 59,50 42,50 
1.200,00 71,40 51,00 
1.500,00 89,25 63,75 
2.000,00 119,00 85,00 

Hintergründe zur Rentenerhöhung

Seit 2012 hat es dank der wirtschaftlichen Entwicklung deutliche Rentenanpassungen gegeben. Zuvor mussten Rentner zeitweise sogar eine Nullrunde verkraften. Auch 2016 zeigt sich die gleiche Tendenz wie in den Vorjahren: Kräftige Anhebung im Osten und geringere Anpassung in den West-Bundesländern. Die Erhöhungen der Renten in den letzten Jahren im Überblick:

  • 2004 bis 2006: keine Rentenerhöhungen
  • 2007: 0,54% in Ost und West
  • 2008: 1,1% in Ost und West
  • 2009: 3,38% Osten / 2,41% Westen
  • 2010: keine Rentenerhöhung
  • 2011: 0,99% in Ost und West
  • 2012: 2,26% Osten / 2,18% Westen
  • 2013: 3,29% Osten / 0,25% Westen
  • 2014: 2,53% Osten / 1,67% Westen
  • 2015: 2,5% Osten / 2,1% Westen
  • 2016: 5,95% Osten / 4,25% Westen
  • 2017: 3,6% Osten / 1,9% Westen

Hintergrund der höheren Anpassung in den östlichen Ländern ist die Angleichung des Rentenniveaus an das Westniveau. Zudem dämpft die Rentengarantie den Anstieg der West-Renten. 

Zum ersten Mal hatten 2011 bei der Rentenerhöhung die Schutzklauseln des Gesetzebers gegriffen. Die theoretisch höhere Anpassung wurde dadurch abgemildert. Damit werden die Rentenminderungen, die es in den letzten Jahren aufgrund der Wirtschaftsentwicklung hätte geben müssen, nachgeholt. Dies gilt auch für die Erhöhung 2016.

Zudem verhindert eine Schutzklausel, dass die Rentenerhöhung im Osten geringer ausfällt als im Westen. Eigentlich hätte der Anstieg im Osten bei lediglich 0,71 Prozent liegen dürfen. Aufgrund der besagten Klausel gilt jedoch, dass die Renten im Osten mindestens im gleichen Maße angehoben werden wie im Westen.

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Diese Faktoren bremsen den Rentenanstieg

Die Entwicklung der Renten hängt nicht nur von der Lohnentwicklung der Beschäftigten ab. Drei Schutzklauseln bremsen den Rentenanstieg und sollen für Generationengerechtigkeit sorgen.

Riester-Faktor

Seit 2003 müssen die abhängig Beschäftigten privat vorsorgen, um die Kürzungen der gesetzlichen Rente aufzufangen. Der Staat hat dafür die Riester-Rente eingeführt. Um die volle staatliche Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag eingezahlt werden. Diesen Mehrbelastungen trägt der Riester-Faktor Rechnung, damit die aktuellen Ruheständler indirekt beteiligt werden.

Nachhaltigkeitsfaktor

Durch den demographischen Wandel verschiebt sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehern zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung. Durch den Nachhaltigkeitsfaktor fällt der Rentenanstieg geringer aus, wenn die Zahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu den Beitragszahlern steigt.

Rentengarantie

Seit 2009 besteht als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise eine "erweiterte Rentenschutzklausel". Eigentlich müssten die Rentenbezüge gekürzt werden, wenn das Lohnniveau sinkt. Durch die Rentengarantie wird dies allerdings ausgeschlossen.

Welche Faktoren bremsen die Rentenerhöhungen?

Bereits in den letzten zehn Jahren sind die Rentenerhöhungen im Vergleich zum Jahrzehnt davor deutlich geringer ausgefallen. Da es in 2008 und 2009 außerplanmäßige Erhöhungen gegeben hat, müssen diese Vorschussleistungen in späteren Jahren nachgeholt werden. Auch die Rentengarantie bremst künftige Rentenerhöhungen. Folgende Faktoren werden auch in den kommenden Jahren eine spürbare Erhöhung des Rentenwerts verhindern:

  • Nachhaltigkeitsfaktor,
  • Riester-Faktor.

Mit dem Nachhaltigkeitsfaktor wird das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern berücksichtigt. Wenn sich diese Verhältniszahl zu Lasten der Beitragszahler verschiebt, wird die Rentenerhöhung um den Faktor gekürzt. Im Extremfall kann dies dazu führen, dass die Renten überhaupt nicht mehr angehoben werden.

Der Riester-Faktor berücksichtigt die zusätzliche Belastung der arbeitenden Bevölkerung durch die private Vorsorge. Der Faktor bremst die Rentenerhöhung um 0,6 Prozent.

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