Steuern auf gesetzliche Rente

Ab dieser Rente müssen Steuern gezahlt werden

Gesetzliche Renten unterliegen der Besteuerung. Erst ab einer gewissen Höhe der Altersbezüge fällt Einkommensteuer an. Bereits jeder fünfte der rund 20 Millionen Rentner muss Steuern auf seine Renteneinkünfte zahlen. Warum das so ist, zeigen wir im nachfolgenden Artikel.

Für gesetzliche Renteneinkünfte gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Dies besagt, dass Einnahmen aus der Rentenkasse im Rentenbezug der Einkommensteuer unterliegen. Allerdings sorgen bestimmte Freibeträge und Regelungen dafür, dass ein Teil der Rente steuerbefreit ist.

Welcher Anteil der Rente der Besteuerung unterliegt, hängt vom Rentenbeginn ab. Rentner, die ab dem Jahr 2040 in Ruhestand gehen, müssen die Rente voll versteuern. Für jeden Rentnerjahrgang dafür bleibt ein bestimmter Anteil der Rente steuerfrei.

Wie Renten besteuert werden

Wie viel von der gesetzlichen Rente steuerfrei bleiben, hängt vom erstmaligen Rentenbeginn ab. Wer 2018 erstmalig Rente bezieht, muss einen Anteil von 76 Prozent versteuern. Die restlichen 24 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei. Bis ins Jahr 2040 wird der Steueranteil auf die Rente bis zum Jahr 2020 in Zwei-Prozent-Schritten und danach in Ein-Prozent-Schritten pro Jahr angehoben, so dass ab 2040 die Rente voll der Besteuerung unterliegt.

Steueranteil auf Rente (in Prozentsätzen)

Jahr des Rentenbeginns Steueranteil Rentenfreibetrag
2018 76 24
2019 78 22
2020 80 20
2025 85 15
2030 90 10
2035 95 5
2039 99 1
2040 100 0

Achtung: Der sogenannte Rentenfreibetrag wird als Euro-Cent-Betrag festgehalten. Dadurch zählen künftige Rentenerhöhungen immer voll zum steuerpflichtigen Anteil! Trotzdem muss der überwiegende Anteil der Rentner aktuell keine Steuern zahlen. Von den rund 20 Millionen Ruheständlern müssen ca. 4,4 Millionen tatsächlich Einkommensteuer abführen.

Einkünfte bis zum Grundfreibetrag müssen nicht versteuert werden. Aktuell sind das 9.000 Euro für Alleinstehende (Stand 2018), 2019 beträgt der Grundfreibetrag 9.168 Euro.

Doch Vorsicht: Selbst wenn man zu Rentenbeginn keine Steuern zahlen muss, kann sich dies durch Rentenanpassungen ändern.

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Die Besteuerung anderer Renten

Zu den anderen Rentenarten zählen die Einkünfte aus einer privaten Rentenversicherung oder der betrieblichen Altersvorsorge.

Für private Rentenverträge als auch für Direktversicherungen nach § 40 EStG gilt die sogenannte Ertragsanteilsbesteuerung. Die Höhe des zu versteuernden Anteils hängt vom Eintrittsalter bei der erstmaligen Rentenzahlung und der Art der Rente ab. Wer z.B. mit dem 65. Lebensjahr in den Ruhestand geht, unterliegt ein Anteil von 18 Prozent der Steuerpflicht. Grundsätzlich gilt: Je höher das Renteneintrittsalter ist, desto geringer ist der steuerpflichtige Anteil.

Für Direktversicherungen nach § 3 Nr. 63 EStG gilt die volle steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge. Aus diesem Grund erfolgt beim Rentenbezug die nachgelagerte Besteuerung. Bei betrieblichen Direktversicherungen mit Datum nach dem 1. Januar 2005 handelt es sich um derartige Verträge.

Bereits jetzt müssen Zahlungen aus der Riester-Rente voll versteuert werden. Dies hängt damit zusammen, dass die Beiträge im Rahmen der Steuererklärung zu 100 Prozent steuermindernd abgesetzt werden können.

Die Rentenbesteuerung seit 2005

Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber im Jahr 2002 dazu aufgefordert, die steuerliche Ungleichbehandlung von Beamtenpensionen und gesetzlichen Renten neu zu regeln. Dies führte mit dem Alterseinkünftegesetz zu einer Neuregelung der Rentenbesteuerung. Seitdem gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Bestimmte Aufwendungen für die Altersvorsorge können steuermindernd abgesetzt werden. Die Ruhestandsbezüge sind im Rentenalter zu einem bestimmten Satz zu versteuern.

Folgende Renten müssen seit 2005 versteuert werden:

Für private Rentenversicherungen und Bezüge aus der betrieblichen Versorgung gelten die bereits bestehenden Regelungen. Die Höhe des Besteuerungsanteils bei der gesetzlichen und der Basisrente richtet sich nach dem Renteneintrittsdatum.