28.09.2017

Was versteht man unter Geldwertstabilität?

Die Geldwertstabilität als volkswirtschaftliches Kriterium

Die Geldwertstabilität kann durch unterschiedliche Maßnahmen gesichert werden. Dazu gehören Maßnahmen der Notenbanken, des Konsumverhaltens und darüber hinaus der Politik.

Die Geldwertstabilität ist ein Prinzip, das nahezu von allen Volkswirtschaften der Welt verfolgt wird. Große Einflussfaktoren haben dabei neben der Entwicklung des Marktes und dem Konsumverhalten der Bürger auch die Zentralbanken sowie die Politik. Die Geldwertstabilität zielt darauf ab, die Kaufkraft der eigenen Währung so gut wie möglich zu erhalten. Die Stabilität des Geldwertes darf dabei nicht mit der Stabilität des Wechselkurses verwechselt werden.

Denn mit der Geldwertstabilität wird lediglich die Stabilität der Währung in Bezug auf die Güter und Leistungen beschrieben, die damit am Inlandsmarkt erworben werden können (Preisstabilität). Zur Ermittlung und Bewertung der Stabilität des Geldwertes wird häufig auch der nationale Einkaufskorb herangezogen. Dabei handelt es sich um einen fiktiven Einkaufskorb mit einer bestimmten Auswahl an Produkten und Dienstleistungen, die ein Bürger im Laufe eines Jahres im Durchschnitt in Anspruch nimmt. Hier kann verglichen werden, wie viel Geld er für diesen Einkauf aufwenden müsste. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, einzelne Produkte oder Dienstleistungen und deren Preise aus mehreren Jahren miteinander zu vergleichen. Um den Geldwert stabil halten zu können, wird somit vielmehr versucht, das Niveau der Preise auf einer stabilen Basis zu halten.

Inflation und Geldwertstabilität

Großen Einfluss auf die Geldwertstabilität übt naturgemäß die Inflation aus. Die Inflation beschreibt den Verlust des Geldwertes innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Zur Inflation kommt es vor allem dann, wenn die Preise für Produkte und Dienstleistungen im Land steigen und die Konsumenten somit größere Geldmengen aufwenden müssen, um dieselbe Menge an Waren kaufen zu können. In diesem Fall bleibt der Geldwert nicht stabil.

Zur Inflation kommt es üblicherweise in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs, in denen der Konsum angeheizt wird und mitunter sogar ein Nachfrageüberhang besteht. Um die Inflation zu bremsen und die Geldwertstabilität zu gewährleisten, hat die Wirtschafts- und Finanzpolitik unterschiedliche Mittel zur Verfügung. Hierzu gehört beispielsweise auch die Erhöhung der Zinsen.

Durch ein Anheben des Zinsniveaus für Kredite geht die Nachfrage nach Fremdfinanzierungen zurück und weniger Geld steht zur Verfügung. In der Folge wird auch weniger Geld ausgegeben und der Konsum geht zurück, wodurch Unternehmer wiederum die Preise für Produkte senken. Doch auch gegen eine Deflation bestehen ähnliche Möglichkeiten. Denn auch diese Entwicklung widerspricht dem Prinzip der Geldwertstabilität, sodass auch die Steigerung des Geldwertes über einen längeren Zeitraum schädlich für die Volkswirtschaft sein kann.

Geldwertstabilität bei Reservewährungen

Von Bedeutung ist die Geldwertstabilität auch in Bezug auf Reservewährungen. Denn Staaten halten sich jeweils Reserven an bestimmten Fremdwährungen. Hierbei werden jedoch nicht irgendwelche Währungen als Reservewährung und damit als Sicherheit genutzt, sondern vor allem Währungen von stabilen Volkswirtschaften, die auch eine hohe Geldwertstabilität aufweisen. Schließlich möchten Staaten, die Reservewährungen halten, verhindern, dass diese Summen über Nacht an Wert verlieren.

Als wichtige Reservewährung gilt allen voran der US-Dollar, der seine Stellung nach und nach an den Euro verliert. Nach dem Euro folgt das Britische Pfund sowie der Schweizer Franken. Vor der Euro-Einführung war auch die D-Mark eine wichtige Reservewährung, da auch diese eine hohe Stabilität aufwies. Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes, wäre auch der chinesische Yuan als Reservewährung denkbar, jedoch genießt dieser vor allem in puncto Wertstabilität noch nicht das notwendige Vertrauen der Anleger. Mit dem Ankauf von Reservewährungen ist gleichzeitig eine gute Möglichkeit, um eine Währung zu stabilisieren. Denn durch den Verkauf der Währung wird einerseits das Vertrauen in die Währung bekräftigt, andererseits auch Geld vom Markt genommen.

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