14.10.2014

PKV: Leitfaden zum internen Tarifwechsel

Leitlinien sollen spätestens ab 1.1.2016 gelten

Neuer Service für Versicherte in der privaten Krankenversicherung (PKV): Die Branche hat einen Leitfaden zum internen Tarifwechsel erarbeitet. Damit sollen Privatversicherte schneller die für die beste Tarifoption finden können. An dem Projekt beteiligen sich 25 Versicherer mit einem Marktanteil von 82 Prozent. Spätestens ab 2016 sollen die Leitlinien von den teilnehmenden Anbietern umgesetzt werden. Zudem haben weitere Unternehmen ihren Beitritt angekündigt.

Welcher Privatversicherte kenn diese Situation nicht: Zum Jahreswechsel flattert eine Prämienerhöhung ins Haus und man ist ratlos, wie man steigenden Beiträgen begegnen soll. Da der Anbieterwechsel in der Regel mit deutlichen Verlusten verbunden ist, ist die Option des unternehmensinternen Tarifwechsels vorzuziehen.

Das gesetzliche Tarifwechselrecht

Nach § 204 Abs. 1 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) haben Privatversicherte das gesetzlich verankerte Recht, jederzeit in einen gleichartigen Tarif ihres Versicherers wechseln zu dürfen. Vorteil: Die angesammelten Altersrückstellungen zur Vermeidung von außerordentlichen Beitragssteigerungen im Rentenalter werden auf den neuen Tarif angerechnet.

In der Praxis stößt das Tarifwechselrecht bislang allerdings an Grenzen. Zum einen haben einige Versicherer bei der Gegenüberstellung von Alt- und Neutarif „gemauert“ bzw. die Bearbeitung in die Länge gezogen. Zum anderen gibt es zahlreiche Anbieter, die Kunden eine Tarifoptimierung anbieten, allerdings umso mehr verdienen, je größer die Ersparnis zum Alttarif ausfällt. Die Folge: Der Versicherte erhält nicht immer den geeigneten Tarif.

Leitlinien sollen Transparenz erhöhen

Diese Problematik hat der PKV-Verband erkannt und mit insgesamt 25 Unternehmen einen Leitfaden für den internen PKV-Tarifwechsel erarbeitet. Ziel ist es, die Transparenz bezüglich der Tarifalternativen zu erhöhen und den Versicherten den Tarifwechsel zu erleichtern. Der ausgearbeitete Leitfaden geht dabei über das gesetzlich verankerte Wechselrecht hinaus.

Die teilnehmenden Unternehmen verpflichten sich zur Umsetzung der Leitlinien bis spätestens 2016. Versicherte profitieren z.B. von einer schnellen Bearbeitung. Spätestens 15 Arbeitstage nach der Anfrage sollen sie vom Versicherer eine Antwort mit Nennung eines Ansprechpartners erhalten. Der Versicherer verpflichtet sich zudem, die Mehr- bzw. Minderleistungen des neuen Tarifs verständlich zu erläutern.

Sollte sich ein Kunde trotzdem nicht umfassend beraten fühlen, kann er sich beim Versicherer beschweren. Auch hier verpflichten sich die Unternehmen innerhalb von 15 Arbeitstagen schriftlich zu antworten. Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat, erhält bei Beitragsanpassungen einen Alternativvorschlag mit Hinweis auf die Prämienreduzierung.

Beigetretene Versicherer

Insgesamt sind der Initiative derzeit 25 private Krankenversicherer mit einem Marktanteil von 82 Prozent an den Prämieneinnahmen beigetreten. Weitere Versicherer mit einem Marktanteil von 5 Prozent sollen in Kürze folgen. Alle Versicherer verpflichten sich, die Leitlinien bis spätestens 1.1.2016 umzusetzen.

Von den namhaften Versicherer sind u.a. die Allianz, Axa, Barmenia, Debeka, DKV, Gothaer, Hallesche, HUK-Coburg, Nürnberger, R+V, Signal Iduna und Württembergische dabei.

Vergleich zur privaten Krankenversicherung