Kfz-Versicherungswechsel: Auf diese Punkte sollten Sie achten

Neben Preis vor allem auf Leistungen achten

Für die Mehrheit der Kfz-Verträge endet zum 30. November die Kündigungsfrist. Nur wenn sich die Prämie verteuert, können Kunden auch über diesen Stichtag hinaus bis Ende Dezember ihrem Anbieter kündigen. Für die meisten Versicherungswechsler ist der Preis das ausschlaggebende Argument. Doch Vorsicht: Viel wichtiger als ein reiner Preisvergleich sind die Leistungen, die in einem Kfz-Vertrag enthalten sind. Welche Bedingungen jede Autoversicherung enthalten sollte, haben wir zusammengestellt.

Millionen Autofahrer haben in den letzten Tagen die neue Prämienrechnung zur Kfz-Versicherung enthalten. Während sich einige Kfz-Besitzer über geringere Beiträge ab Januar 2018 freuen können, müssen andere tiefer in die Tasche greifen. Hintergrund sind die aktuellen Statistiken der Versicherer zu Schadenfällen und Kosten. Sinnvoll ist es daher, seinen Kfz-Vertrag auf den Prüfstand zu stellen.

Allerdings sollten Autobesitzer ihr Augenmerk beim Vergleich der Kfz-Policen nicht nur auf den Preis richten. Denn vor allem bei teuren Kfz kann ein lückenhafter Versicherungsschutz zu finanziellen Einbußen im Schadenfall führen- Im schlimmsten Fall verweigert der Versicherer die Erstattung, wenn eine Leistung nicht im Vertrag enthalten ist.

Diese Punkte sollte Ihre Autoversicherung enthalten

  • Deckungssumme: Diese sollte bei 100 Mio. Euro in der Kfz-Haftpflichtversicherung liegen (höchstmögliche Deckungssumme). Bei schweren Unfällen ist man hier auf der sicheren Seite.
  • Versicherungssumme Personenschäden: Diese sollte bei über 8 Mio. Euro je geschädigter Person liegen. Bitte beachten: Für den VN oder eine der mitversicherten Personen (Halter, Eigentümer, Fahrer…) besteht kein Versicherungsschutz über die Kfz-Haftpflichtversicherung des gelenkten Fahrzeugs!
  • Neupreis- oder Kaufpreisentschädigung: In der Vollkasko sollten bei einem Totalschaden bis zu 24 Monate und bei Diebstahl mind. 6 Monate lang der Neupreis oder Kaufpreis erstattet werden.
  • Verzicht auf Einwand bei grober Fahrlässigkeit: Sollte der VN beim Fahren z. B. durch Kinder abgelenkt, einen Unfall verursachen, wird trotzdem eine Zahlung der Versicherung erfolgen. Ausgenommen sind hierbei jedoch zumeist grob fahrlässig herbeigeführte Diebstähle (Schlüssel im Fahrzeug stecken lassen, Fahren unter Drogen- oder Alkoholeinfluss).
  • Rabattschutz: Im Regelfall hat man einen Schaden pro Kalenderjahr frei, bevor eine Rückstufung der SF-Klasse erfolgt. Bitte beachten: Bei einem Versichererwechsel wird an den Nachversicherer der Schadenfreiheitsrabatt bestätigt, den der Kunde ohne Rabattschutz erfahren hätte.
  • Mietwagen im Ausland: Diese Leistung ist sinnvoll für Personen, welche sich im Urlaub gerne ein Auto leihen. Viele Versicherer übernehmen auch Schäden, welche mit einem gemieteten Wagen im Ausland entstanden sind.
  • Folgeschäden Tierbiss- / Marderbissschäden: Nicht der Austausch eines zerstörten Kabels oder eines Schlauches ist bei einem Marderbiss mit hohen Kosten verbunden – es sind die Folgeschäden, die richtig teuer werden können.
  • Sonderausstattung: Beitragsfreie Mitversicherung von Fahrzeug- und Zubehörteilen bis zu einem vorgegebenen Wert. Nicht immer sind alle Fahrzeugteile in der Kasko mitversichert. Deshalb unbedingt die Bestimmungen zur Kfz-Versicherung lesen!

Wechselfrist endet am 30. November

Kfz-Verträge mit einer Laufzeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember können mit einer einmonatigen Frist per 30. November gekündigt werden. Erhöhen sich allerdings die Beiträge, kann der Vertrag noch darüberhinaus bis zum 31. Dezember gekündigt werden. Millionen Autofahrer haben daher noch ein paar Wochen Zeit, einen aktuellen Vergleich durchzuführen.

Oftmals ist eine Beitragserhöhung gar nicht so leicht zu erkennen. Denn wenn sich die Schadenfreiheitsklassen bei Schadenfreiheit verringern, fallen die Prämien meist geringer aus. Trotzdem kann der Beitrag im Verhältnis höher ausfallen. Die Versicherer müssen hierzu in den Prämienrechnungen einen Hinweis gegen. Wenn der Vergleichsbeitrag also höher ausfällt, kann der Versicherte noch kündigen.