Kalte Progression

Der progressive Steuertarif in Deutschland sorgt dafür, dass trotz einer Gehaltserhöhung weniger Geld übrig bleibt. Schuld ist die sogenannte kalte Progression, bei der die Steuerbelastung mit zunehmendem Gehalt überproportional steigt. Wenn der Netto-Gehaltszuwachs unterhalb der Inflationsrate liegt, ist der Reallohn gesunken.

Der Steuertarif in Deutschland sieht vor, dass der Steuersatz bei höherem Einkommen steigt. Es muss ein höherer Anteil des Einkommens versteuert werden. Dies ist das Prinzip der Leistungsfähigkeit. Mit wachsendem Einkommen fällt der Durchschnittssteuersatz höher aus, weil der Steuertarif progressiv gestaltet ist. Wer unterhalb des Grundfreibetrags verdient, muss keine Steuern zahlen.

Ab einem gesetzlich festgelegten Einkommen steigt der Grenzsteuersatz von 14 auf 42 Prozent an. Wenn nun trotz einer Gehaltserhöhung nicht zu einem höheren Reallohn kommt, spricht man von kalter Progression. Die steuerliche Durchschnittsbelastung steigt an, ohne dass real mehr Geld im Portemonnaie verbleibt.

Beispiel: Die Inflationsrate liegt bei 3 Prozent, d.h. die Preise für Waren und Dienstleistungen verteuern sich um 3 Prozent. Das Einkommen des Steuerpflichtigen erhöht sich ebenfalls um 3 Prozent. Durch den progressiven Steuertarif steigt die Durchschnittssteuerbelastung an, so dass trotz Lohnerhöhung real weniger Geld zur Verfügung steht.