Elternzeit

Eine berufliche Auszeit für den Nachwuchs: Mit der gesetzlich vereinbarten Elternzeit erhalten Mütter und Väter die Möglichkeit, sich bis zu maximal drei Jahren unentgeltlich für die Kindererziehung vom Arbeitsplatz freistellen zu lassen.

Die Elternzeit im Überblick

Die Elternzeit ist der Zeitraum einer Freistellung von der Arbeit nach der Geburt des Kindes. Eltern können sich bis zu maximal drei Jahre nach der Geburt ihres Kindes in ihrem Job freistellen lassen. Mütter und Väter haben gleichermaßen einen Anspruch auf die Freistellung und können sich auch nacheinander der Kindererziehung widmen.

Die Elternzeit kann mit einer Teilzeitbeschäftigung in einem Umfang von bis zu 30 Wochenstunden kombiniert werden. Auf die Freistellung von der Arbeit für Mütter und Väter besteht in Deutschland ein Rechtsanspruch. Eltern, die sich für die Erziehung ihres Kindes bis zu drei Jahren vom Job freistellen lassen, genießen einen besonderen Kündigungsschutz. Der Kündigungsschutz greift bereits mit der Anmeldung der Elternzeit, die sieben Wochen im Voraus beim Arbeitgeber angezeigt werden muss.

Mit der Anmeldung erklären die Eltern auch den zeitlichen Umfang der Freistellung verbindlich. Eltern, die im Zeitraum ihrer Freistellung ein weiteres Kind bekommen, können ihren verbleibenden Anspruch auf Freistellung anhängen und genießen damit den vollständigen Freistellungsanspruch. Eine Verpflichtung zur Arbeit besteht in der Zeit der Kindererziehung nicht. Allerdings können Eltern bis zu 30 Wochenstunden in Teilzeit arbeiten. Eltern, die in einem Betrieb mit mehr als 15 Mitarbeitern beschäftigt sind, profitieren von ihrem gesetzlichen Anspruch auf eine Tätigkeit in Teilzeit.

Geld während der Elternzeit

Der Gesetzgeber räumt werdenden Eltern einen erhöhten Kündigungsschutz ein: Das Mutterschutzgesetz greift mit einem Schutz vor Kündigung mit Beginn der Schwangerschaft und Mitteilung an den Arbeitgeber. Sechs Wochen vor dem Geburtstermin erhalten Schwangere das Mutterschaftsgeld oder beziehen weiterhin ihr gewohntes Gehalt abzüglich des Mutterschaftsgeldes. Dies gilt bis zu acht Wochen nach der Geburt des Kindes. Bis zu einem Jahr nach der Geburt wird während der Elternzeit das 2007 eingeführte Elterngeld in Höhe von 67 Prozent (Neu: 65 Prozent) des Einkommens gezahlt. Das Elterngeld wird bis zu einer Höchstsumme von 1.800 Euro ausgezahlt.

Für jedes Kind zahlt der Staat zudem ein festes Kindergeld, das bei den meisten Berufstätigen aber als Kinderfreibetrag von der Steuer abgezogen wird. Ein Anspruch auf Elterngeld besteht für maximal zwölf Monate. Eltern, die bis zu drei Jahren in Elternzeit gehen, erhalten nach Ablauf des Elterngeldes keine weiteren Bezüge. Mit dem Wiedereinstieg in den Job spätestens drei Jahre nach der Geburt des Kindes erhalten Eltern wieder ihr gewohntes Gehalt und können nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz weiterhin einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen. Das Kindergeld wird bis zum 25. Lebensjahr für jedes Kind ausgezahlt, das sich in einer Schul- und Berufsausbildung befindet. In einzelnen Branchen herrscht für Schwangere grundsätzlich ein Beschäftigungsverbot, wenn von einer Gesundheitsgefährdung auszugehen ist.

Die Elternzeit bestmöglich nutzen

Die Elternzeit wurde vom Gesetzgeber maßgeblich geschaffen, um Müttern und Vätern einen ausreichenden Zeitraum für ihre Kindererziehung einzuräumen. Besonders in den alten Bundesländern bestehen vielerorts zudem Schwierigkeiten, für Kinder unter drei Jahren überhaupt einen Betreuungsplatz zu bekommen. Eltern, die vorab in ihren Job zurückkehren möchten, organisieren die Kinderbetreuung in der Familie oder kommen privat für die Betreuung ihres Kindes auf. Das Recht auf Teilzeitbeschäftigung in der Elternzeit erlaubt Müttern und Vätern aber, bis zu 30 Stunden wöchentlich an ihrer gewohnten Beschäftigung fest zu halten. Im Rahmen der Elternzeit sind Weiterbildungsmaßnahmen auf freiwilliger Basis möglich: Eltern sind nicht verpflichtet, an betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen. Private Weiterbildungen im Zeitraum der Freistellung von der Arbeit sind erlaubt, müssen durch den Arbeitgeber aber nicht verbindlich unterstützt werden.

Die Elternzeit stellt ein Ruhen des Arbeitsverhältnisses dar. Mit Ablauf der Freistellung endet auch der besondere Kündigungsschutz für erziehende Mütter und Väter. Für alle Fragen stehen Erziehungs- und Elterngeldstellen beratend zur Seite. Angehende Mütter und Väter finden auch im Internet zahlreiche Informationen und Anregungen zum Thema Elternzeit. Viele Eltern tauschen sich in Internetforen zu Themen wie Elterngeld, Kindererziehung und den Wiedereinstieg in die Beschäftigung aus.