Versicherungsfremde Leistungen

Rentenbestandteile, denen als Maßnahme des sozialen Ausgleichs keine oder zu niedrige Beitragsleistungen zugrunde liegen, werden als versicherungsfremde Leistungen bezeichnet.

Die Rentenversicherungsträger wenden jährlich rund 80 Mrd. EUR für die Finanzierung versicherungsfremder Leistungen auf. Da diese in die gesamtgesellschaftliche Verantwortung fallenden Mehrkosten nicht einseitig auf die Beitragszahler umgelegt werden können, müssen sie von der Allgemeinheit getragen, d. h. aus Steuermitteln finanziert werden.

Dementsprechend erhält die Rentenversicherung jährlich einen Bundeszuschuss, der jedoch nicht in vollem Umfang die Kosten für versicherungsfremde Leistungen abdeckt. Die steuerfinanzierten Bundeszuschüsse an die gesetzliche Rentenversicherung sind für das Jahr 2005 insgesamt mit rd. 62 Mrd. EUR veranschlagt.

Versicherungsfremde Leistungen sind insbesondere:

  • Kriegsfolgelasten (z. B. Ersatzzeiten, Leistungen nach dem Fremdrentenrecht),
  • arbeitsmarktbedingte Leistungen (z. B. Renten wegen Arbeitslosigkeit),
  • Anrechnungszeiten (z. B. Schul- und Hochschulausbildung),
  • Zurechnungszeit (bei frühem Rentenfall die Zeit bis zum 60. Lebensjahr),
  • einigungsbedingte Leistungen (z. B. Auffüllbeträge),
  • Familienleistungen (z. B. Kindererziehungszeiten).