Rentenartfaktor

Die gesetzliche Rentenversicherung sieht neben der Regel-Altersrente zahlreiche weitere Rentenarten vor. Zur Gewichtung der jeweiligen Rentenart fließt der Rentenartfaktor in die Rentenformel ein. Er bestimmt daher mit, wie hoch eine Witwen- und Hinterbliebenenrente oder eine Erwerbsminderungsrente ausfällt.

Mit dem Rentenreformgesetz von 1992 nimmt die Rentenart in besonderer Weise Einfluss auf die Höhe der Rente in der gesetzlichen Rentenversicherung. Damit soll sichergestellt werden, dass eine Rente zum Ersatz von Lohneinkommen höher ausfällt als eine Zuschuss- oder Unterhaltsrente wie die Witwen- oder Erwerbsminderungsrente. Der Rentenartfaktor fließt daher in die Rentenformel ein und bestimmt in Multiplikation mit den persönlichen Entgeltpunkten und dem aktuellen Rentenwert die Höhe der monatlichen Brutto-Rente.

Paragraf 67 des Sozialgesetzbuches, Sechstes Buch, bildet die gesetzliche Grundlage für die Verfahrensweise. Der Rentenartfaktor beträgt zwischen 0,1 und 1,0. Den höchsten Wert 1,0 haben Altersrenten, Erziehungsrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung. Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird mit dem Rentenartfaktor 0,5 berechnet und eine Halbweisenrente mit 0,1. Ein deutlich höherer Rentenartfaktor gilt aufgrund höherer Beitragsleistungen in der knappschaftlichen Rentenversicherung. Der höchste Wert beträgt 1,3333 und der niedrigste 0,1333.